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10 years Mirror Of Deception

05.07.18

Fast hätte ich den kompletten Juni rumgebracht, ohne ein einziges Konzert besucht noch den Rasen gemäht zu haben. Okay, Letzteres gehört im Gegensatz zu Herrn Sch. aus Hohenroda nun nicht zwingend zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. Aber krass ist die sommerliche Trockenheit mittlerweile schon, die eine baldige Wüstenbildung in Osthessen befürchten lässt. Blöderweise musste wegen akuter Waldbrandgefahr gerade das sicher legendäre Johstock-Fest in Gruben abgesagt werden, als hätte ich es gestern unkenderweise nicht bereits kommen sehen. Mal sehen, ob die ausgebliebenen Niederschläge in drei Wochen wieder gesammelt in Tegelhütters Garten niedergehen...

Auf der Bühne lag nicht viel an, was entscheidenden Reiz auf mich ausgeübt hätte, und so gab ich mir lediglich Iced Earth im Jenaer F-Haus. Ist ja auch immer mit einem gewissen Aufwand verbunden. In dem Fall bin ich direkt nach der Arbeit eineinhalb Stunden im nicht klimatisierten Kleinwagen auf der vollen A4 zwischen all den Schwarmintelligenzlern gen Osten geeiert, ein klapperndes Bodenblech frei Haus. Die vegane Pizza vorweg war okay, wenn auch nicht weltbewegend, ne Pilawa-Quizshow auf mehreren Fernsehern nebst trötigen Straßenmusikanten hätte ich dazu nicht gebraucht. Der Club war schnell erreicht, Einlass nahezu planmäßig, und 30 Tacken an der Abendkasse nach heutigen Maßstäben okay. Recht zügig fingen Path Of Destiny als Anheizer an. Ziemlicher Soundbrei erstmal, schwer was auszumachen außer Doublebass und Gegrowle vom Mann am Mikro. Irgendwann dämmerten mir die dauerpräsenten "symphonischen" Synthies, natürlich aus der Konserve kommend. Dabei war die Performance durchaus brauchbar, und in den weniger zugekleisterten Passagen zeigten sich Ansätze goutierbarer Songfetzen. Keine Ahnung, ob man sowas live überhaupt brauchbar abmischen kann, ich würde die Keyboards einfach ganz weglassen (und zu Pflugscharen umbauen). Nach vielleicht 35 Minuten war die Chose auch schon überstanden.
Es war noch nicht viertel neun, also bestand Aussicht, die Rückfahrt bei letztem Sonnenlicht antreten zu können. Mit dem Soundcheck ging es zügig voran, kein ewiges tsching-tsching und one-two. Nach 20 Minuten denkst du, es könnte gleich losgehen, nach 40 bist du sicher, es wäre jeden Moment soweit, um endlich nach einer guten Stunde alkfreien Rumstehens erlöst zu werden. Echt mal, in der Zeit hätte ich noch locker einen ausgedehnten Stadtrundgang nach Goethes Gusto machen können. Aber egal, nun fing es also an, selbst in den vordersten Reihen war es kein bisschen eng und natürlich klang es jetzt gut, was aus den Speakern kam. Also vom Sound her, die Songs sind ja eh geil. Ein wenig Bedenken hatte ich, dass die doch recht überschaubare Meute den Musikern etwas auf die Motivation schlagen könnte, zumal Stimmung und Applaus so halbwegs im Zaum gehalten wurden. Doch die Energie auf der Bühne pulsierte bestens, alle schienen gut in Form und motiviert. Was die Setlist betrifft, kann ich mich nur wiederholen, die Mischung aus Klassikern und neuem Stoff stimmt einfach. Von daher ein ähnliches Brett wie letztens in Griechenland, allerdings diesmal auch mit dem grandiosen Hunter! Persönlicher Höhepunkt war allerdings "Angels Holocaust", bei dem mich des Teufels Stellvertreter in Form von Mr. Schaffers flinkem Handgelenk kurzzeitig die Körperlosigkeit spüren ließ. Hell yes! Zurück in meiner sterblichen Hülle bekam ich noch ein bisschen Zugabe, bevor es mit "Watching Over Me", diesmal trockenen Auges, auch schon vorbei war. Nach gerade mal 75 Minuten. Etwas mager, wenn auch immerhin eine ganze Viertelstunde mehr als Crowbar im letzten Jahr an gleicher Stelle. Mal schauen, was demnächst in Aschebersch drin ist. Festzuhalten bleibt jedenfalls, dass ich tatsächlich gar nicht mehr Matt Barlow hinterher trauere.

Nebenbei rettete ich vor einigen Wochen einen Biergartenbesucher vorm sicheren Kopfsturz, wenn auch auf Kosten eigener Blessuren. Der Betreffende wird's zwar nicht gerafft haben, konnte aber echt froh sein, dass ich im genau richtigen Moment an ihm vorbei geradelt bin. Möge er in Frieden weiterbechern.

09.06.18

Letztes Wochenende fuhr ich dann quasi zum Gegenbesuch nach Bad Salzuflen, eine richtige Kurstadt, ganz was anderes als mein Heimatort. Dort sind die Reha-Einrichtungen praktisch der Kern der Siedlung und scheinbar alles weitere hat sich drum herum gruppiert. Wie die enorm zahlreiche Gastronomie, die auch dauernd gut besucht ist, zumindest bis zur Sperrstunde der Anstalt(en). So erlebte ich am Freitag Abend bei meiner Ankunft regen Betrieb in Tainas Lieblingslokal, dem Salzsieder. Weniger voll war es im Apfel, wahrscheinlich ist die vegetarische bzw. vegane Verköstigung noch nicht so angekommen beim klassischen Kurvolk. Dabei wird dort lecker gekocht, nur beim Bierausschank hapert es etwas. Auf dem Heimweg zeigte sich der Kurpark noch rege bevölkert von jungen Leuten, bevor ich im strömenden Regen meine Dachstube in der Villa zur schönen Aussicht erreichte. Ja, auch Tee trank ich dort, eine etwaige Grandma gab sich jedoch nicht zu erkennen. Dabei machte der Herbergsvater durchaus den Eindruck, eine Therapie bei Dr. Landau nötig zu haben...

Meine erste Verwanderung seit Monaten genoss ich am Samstag mit der überaus fitten Taina, die mir phasenweise fast davonlief. Schließlich erreichten wir aber gemeinsam trotz Umleitung planmäßig das angestrebte Bergrestaurant, wo ganz old school Schoppen und Likör goutiert wurde. Der Abstieg verlief entsprechend schmerzfrei beschwingt, bevor wir nach weiterer Apfel-Speisung und Attic-Tee die happy hour im Spirit Of India wahrnahmen (nach Weizen gegen den Durst vorweg). Wahrlich üppige Cocktails werden dort kredenzt, Vitaminmangel konnte so sicher nicht auftreten. Anschließend gab es in Form meines ersten Guiness noch etwas Nahrhaftes in einem DSC-Fanpub, wo am Nebentisch das typische, leicht hysterisch ausbrechende Lachen der Psychorunde gut beobachtet werden konnte. Sonntag früh blieb nur noch Zeit für ein Heilwässerchen, bevor die Bummelbahn aus dem Nichts auftauchte, um mich wieder einzuladen. Fühlte sich schon ansatzweise erholsam an, möge es beim Kurgast nach fünf Wochen umso nachhaltiger angeschlagen haben.

14.05.18

Am Samstag war Saisonfinale im Auestadion, Hessenderby gegen Stadtallendorf, prächtiges Wetter, und nach der wochenlangen fulminösen Aufholjagd strömten fast 5000 Besucher ins weite Rund. Zwischen dem ganzen Eventpublikum fand sich gänzlich überraschend ein nie erwarteter (Kur)Gast ein: Taina trat morgens kurzentschlossen den gar nicht mal so kurzen Trip von Bad Salzuflen nach Bad Wilhelmshöhe an, echt der Knaller! Sie sah dann auch einen ganz unterhaltsamen Kick, wobei es der KSV am Ende nochmal unnötig spannend machte und drohte, von Stuttgart in der Tabelle überholt zu werden. Basti Schmeer sorgte aber letztlich für den späten Siegtreffer, der wenigstens Zitterplatz 16 sicherte. Nun kann man mit schlappen 25 % Wahrscheinlichkeit auf zwei Südwest-Aufsteiger und den damit verbundenen Klassenerhalt hoffen. Unser Kurgast fühlte sich wohl ganz gut bespaßt, und nach einer leckeren Speisung im Herbstapfel musste sie auch schon wieder zurück in ihre Anstalt.

Eine Woche zuvor schon fand das Gezitter am Millerntor ein versöhnliches Ende. Mit dem 1:0 gegen den DSC Arminia wurde doch bereits am vorletzten Spieltag der Klassenerhalt gesichert, welch Erleichterung. Als nächstes brauch ich aber dringend mal eine Saison mit ein paar Highlights und ohne größere Krisen, sonst verlier ich bald noch die Lust am Fußball. Auch mein Fass hat schließlich Grenzen. Entspannt in der oberen Hälfte mitspielen und die Stadtmeisterschaft doppelt verteidigen, sowas ließe ich mir mal gefallen.

Am Vorabend des letzten Heimspiels durfte ich Norman zu Machine Head in die Große Freiheit begleiten, 3 Stunden Headliner-Show im rammelvollen Club in infektbedingt noch leicht geschwächtem Zustand. Grenzwertig wurde es nur für vielleicht 15 bis 30 Minuten, als wir ins Gedränge der Klogangschneise gerieten, bis es uns wieder in ruhigeres Fahrwasser spülte. Davon abgesehen stand ich das Marathonkonzert ganz gut durch. Wenn man kaum einen Song kennt, spricht das schon für eine gewisse Qualität, denn ansonsten hätte irgendwann sicher der Fluchtinstinkt eingesetzt. Aber Rob Flynn hat eben zweifellos gute Frontmanneigenschaften, was den meist brachial gehaltenen, nicht oft durch Abwechslungsreichtum glänzenden Songs die nötige Würze verleiht. Überhaupt kam's mir vor, als wenn der Chef das Zeug zu mehr hätte, wenn er könnte, wie er wollte, und weniger auf die Bedürfnisse der Fangemeinde eingehen müsste. Aber auch so schien das Publikum schon recht illuster, von der Teenie-Crowdsurferin über den gesetzten Pockenträger bis zur euphorisierten 70-Jährigen war alles vertreten. Und von der Spielzeit können sich etliche Kurzarbeiter gleich mehrere Scheiben abschneiden.

05.05.18

Neulich zog es mich zum UNESCO-Weltkulturerbe nach Regensburg, als Anlass bot sich das Auswärtsspiel des FCSP. Freitag spät abends kam ich an bei milden Temperaturen, die Stadt war randvoll mit Partyvolk. So wurde mein kleiner Rundgang alles andere als beschaulich, ich war recht schnell genervt von der fledermausartigen Menschenmasse. Nach zwei hastigen Weizen in der Banane trollte ich mich auf mein Zimmerlein.

Somit war ich anderntags früh wieder draußen, und schon sah die Stadt viel freundlicher aus. Fast allein schlenderte ich durch den Dom, um anschließend an der ruhigen Donau herumzustreifen. Ein herrlicher Morgen. Der Scrambled Tofu zum Frühstück mundete bestens. Dann hätte ich gern im Weißbräuhaus einen kleinen Trunk zu mir genommen, nahm jedoch schnell Abstand, da man dort nur unter strenger Beobachtung zweier Hundertschaften Uniformierter Platz nehmen konnte. Ein anderer Biergarten tat es auch, bevor ich mich in Gesellschaft eines schwer zu verstehenden Heimfans auf den schweißtreibenden Fußmarsch zum sterilen Stadion machte. Zum Spiel muss nicht viel gesagt werden, ein 1:3 nach doppelter Unterzahl machte wenig Freude. Das anschließende Gepöbel einiger Steher Richtung Manschaft fand ich allerdings unpassend. Beim Kneitinger im Biergarten war der Frust schnell verraucht, ein paar Einheimische adoptierten mich netterweise gleich, nachdem ich durch unbedachte Weizenbestellung aufgefallen war. So ging der sonnige Nachmittag zügig vorbei, bevor Zeit fürs Abendmahl war. Man mag es kaum glauben, dass eine solche Kombination existiert, aber im Kaffe Dada serviert man tatsächliches nicht nur Veganes, sondern auch echtes Aventinus dazu. Derart versorgt, konnte ich die städtische Hektik drumherum ganz gut ertragen. Lang gab ich mich dem Trubel aber nicht mehr hin, bevor ich mich von CBP in den Schlaf lullen ließ.

18.04.18

Schade eigentlich, dass sich meine Lieblingsjahreszeit auf nur wenige Tage beschränkte. Erst nahm der Winter kein Ende, jetzt ist plötzlich Hochsommer Mitte April. Heute am späteren Nachmittag vorm Café harmony sitzend, es waren noch keine Sonnenschirme aufgestellt, musste ich nach einem Weizen bereits der strahlenden Hitze entfliehen. Am Osterwochenende noch, zweieinhalb Wochen ist es her, sah ich den verschneiten Lüneburger Bahnhof auf der Fahrt gen Norden vor mir liegen, und fror mir sonntags auf dem Weg zum Millerntor übelst einen ab. Anschließend gab's ein gar nicht mal so mieses 1:1 gegen Sandhausen, aber inzwischen sind die braun-weißen Vers... äh, Kicker, auf den drittletzten Platz abgestürzt. Schon wieder droht das sportliche Desaster, es ist nicht mehr feierlich. Wenigstens kann der zuvor beobachtete KSV mit fulminösem Schlussspurt und ernstlichen Aussichten auf Klassenerhalt ein wenig tröstliche Stimmung verbreiten.

Recht stimmungsvoll gestaltete sich auch der Rest vom Ostersonntag, als ich in Tainas Begleitung zum ersten Mal ins Kuchnia ging, um osteuropäische Pierogi zu verspeisen. Dazu reichte man standesgemäß polnischen Wodka milden Abgangs, die Weiße Dame kam gut an. Anschließend tuckerten wir noch nach Finkenwerder, ein teures Pflaster. Das Weizen in der "Landungsbrücke" war eines der hochpreisigsten, das mir bisher in die Kehle gekommen ist, dazu gab es nasales Fischaroma frei Haus. Trotzdem war es sehr lustig, die feinen und halbfeinen Gäste beim österlichen Ausgehen zu erleben.

The Crown in Bloom

31.03.18

Anfang März weilte ich zum ersten Mal während eines Heimspiels in Hamburg, ohne ins Stadion gegangen zu sein, es stand Wichtigeres an. Vor allem gab es Judiths Zehnten und ihre großartige Gesundung zu feiern, was mit einem großen Brunch in der örtlichen Tanzschule amtlich begangen wurde. Anschließend schaute ich mit B.S.T.-Lutz noch die zweite Halbzeit im Sportheim des VfL Pinneberg, wo wir die luxuriöse Tribüne vor der Leinwand fast ganz für uns hatten.

Ansonsten fand an dem Wochenende noch das Hell over Hammaburg statt, donnerstags bereits eine Vorglühung mit Attic und Fvneral Fvkk im Bambi. Auf letztere war ich echt gespannt, bisher kannte ich ja nur die formidable Single. Die Darbietung fiel entsprechend sakral aus, inkl. entsprechender Montur und Theatralik. Sehr vielversprechend alles, wobei interessant sein dürfte zu beobachten, ob die Truppe das doch recht eng gesteckte Konzept so auf Dauer durchzieht. Ne Nonne am Merchstand hat man jedenfalls nicht alle Tage.

Tagsüber am Freitag stand erstmal Touriprogramm mit Enrico und Simon an, wofür ja sonst immer viel zu wenig Zeit ist. Also erklommen wir z.B. den Michel und erlatschten den alten Elbtunnel. Das Festival ließ sich eh recht unzwingend an, daher schlugen wir dort erst verspätet auf, ohne wohl etwas verpasst zu haben. Letztlich zog ich mir lediglich Diamond Head so richtig rein, was mir überraschend gut gefiel. Das Gesabbel des Herrn Pschierer zwischendurch im Foyer unterhielt aber mindestens ebenso gut.

Am Samstag sah es in der Markthalle schon ganz anders aus. Universe217 waren brillant wie nie, Solstice doomten erfreulich lebendig, Old Mother Hell bringen's auch live, und Visigoth zeigten erneut, wo der Trüe-Metal-Frosch seine Locken hat. Lediglich Atlantean Kodex konnten meine immensen Erwartungen zu guter Letzt nicht mehr erfüllen, aber das kann ja auch mal passieren. War schon ein klasse Festival, nicht zuletzt dank Duckstein.

16.03.18

Der Fußball in den heimischen Amateurligen kommt wetterbedingt ja so gar nicht in Gang, immerhin klappt's bei den rasenbeheizten Profis. So verschlug es mich denn Ende Februar zum ersten Mal im Jahr ans Millerntor, wo nach Rückstand in einem lebhaften Spiel auf den letzten Drücker die KSV Holstein mit 3:2 geschlagen wurde. In winterlicher Atmosphäre und sogar ganz ohne das obligatorische Stadionbier war es tatsächlich ein lohnender Tagesausflug, zumal ich anschließend noch Patenkind nebst Mama beim Italiener traf.
Beim KSV Hessen scheint die Messe indes noch nicht komplett gelesen zu sein. Trotz trostloser Roter Laterne sah ich beim zweiten Sieg in Folge einen durchweg souveränen Auftritt gegen die Ulmer Schwalben und ein folgerichtiges 2:0. Die 1000 Unentwegten erfreuten sich bester Stimmung, ohne das fernbleibende Eventpublikum auch nur eine Sekunde lang zu vermissen.

Anfang März stand Niederjossa wie üblich im Zeichen des FullMetal Osthessen. Das prosperierende Dorffestival zog wieder allerlei Publikum an, so dass ich in Form von Taina und Mohr auch zwei Weitgereiste beherbergen durfte. Der Freitag war diesmal ganz dem Thrash vorbehalten, wobei ich Delirious und Accu§er zwar technisch einwandfrei aber nur mäßig mitreißend fand. Ganz anders Abandoned, der klare Tagessieger, der Spielfreude und Humor ohne Ende parat hatte, wodurch die Show bestens unterhielt. Am Samstag war erstmal Frühschoppen mit kleinem YouTube-Wunschkonzert angesagt, während welchem sich Mohr als früherer Netzshirt-Träger outete. Der per Konferenz zugeschaltete Lars beichtete selbiges und wusste von einem gelben Textil zu berichten. Warum war nur mir solch Chic zeitlebens verwehrt worden? Vor Ort im DGH zeigte sich zwar niemand benetzt, der Opener RA glänzte aber trotzdem mit optischen Finessen, bestes Gepose der halbseidenen Art von alten Hasen. Die folgenden Existance überraschten doch sehr mit überzeugendem Old-School-Sound, was meine beiden Übernachtungsgäste merklich in Wallung brachte. Da brauchten wir anschließend ein Päuschen im Schwan mit Obtdestillat, bevor Visigoth als eigentlicher Headliner auftrumpften. Klischees reiten ja viele Bands, aber die sympathischen Amis bringen sie einfach grandios in klasse Songs unter. Wer dann noch wochenlang unter bescheidensten Umständen so fleißig tourt, erntet hoffentlich bald größeren Erfolg. Welchen James Rivera längst schon hatte, dem er aber wohl nur noch hinterher trauern kann. Mit Shadow Keep brachte er jedenfalls im Anschluss kaum ein Bein auf den Boden, so dass wir bereits frühzeitig die Heimreise in Jochens Boliden antraten.

24.02.18

In so einem hübsch kalten Februar hält man sich am besten auf Konzerten warm. Wenn der Club dann noch "New Sun" heißt, hat der Frost kaum ne Chance, selbst wenn leicht doomige Klänge dort ertönen. Ich war zum ersten Mal in dem Bebraer Schuppen und würde wieder hingehen, denn es war ein prima Abend. Bühne hat es dort keine, aber einen bequemen Teppich, auf dem erst Deadman's Redemption passabel rockten und anschließend die Ugly Earthlings der bedeutendsten aller Bands huldigten. Die gehobene Wohnzimmeratmosphäre kam heimelig, und mit drei Dutzend Besuchern fühlte es sich auch bereits gut gefüllt an. Eintritt wurde nicht erhoben, dafür ging ein Hut rum, empfohlen zur Nachahmung!

Einen Tag drauf fuhr ich mit Lars nach Andernach zur Operation: Mindcrime - Aufführung. Vorher bauten wir noch einen kurzen Abstecher nach Koblenz ein, das bestimmt einen längeren Aufenthalt lohnen würde, allein schon des Flüssegedöns wegen. Im Juz ist es zwar nicht so hübsch, aber wir waren ja wegen der Mucke dort. Zunächst mussten wir als Vorprogramm "die Tochter" über uns ergehen lassen. Was anfangs noch ganz passabel klang, entwickelte sich jedoch bald zur musikalischen Armutsdarbietung, immerhin mit ansehnlichem Dekolleté. Geoff Tate anschließend stellte songtechnisch natürlich eine Erlösung dar, doch von einem magischen Abend konnte man nicht sprechen. Seine Vocals kamen sehr gut, das Klaus-Lage-Outfit war im Grunde scheißegal, aber seiner Ausstrahlung mangelte es einfach an Überzeugung. Wie bei der Abzocke mit Meet & Greet dünkte einem auch bei seinem Auftreten, dass es halt in erster Linie darum geht, den Rubel im Rollen zu halten. Eine Spielzeit von ca. 70 Minuten ist zwar auch nicht viel kürzer, als seine Ex-Band es zu handhaben pflegt, reicht aber einfach nicht. Wenig überzeugend auch die teils kasperhafte Besetzung seiner Begleitcombo. Großer Pluspunkt war wie nicht anders zu erwarten die große Klasse des Songmaterials in Form des geilsten Konzeptalbums des melodisch-progressiven Metal. Immerhin blieb uns dann auch noch genug Zeit, um im V8 in Gonzos Schlüpftag heineinzufeiern. Gut dass Alex sich auskannte.

Für die Würzburger Posthalle könnte das letzte Jahr ihrer Existenz angebrochen sein. Gut dass das Metal Assault verlockend genug war, um nicht erst wieder zum HoD, und dann zum letzten Mal, vor Ort zu sein. Taina und ich machten am Freitag schon ein bisschen warm-up mit gastronomischen Erkundungen und abends bei der "Night of steel and thunder" im Immerhin. Marion und Remo stießen noch zu uns auf die Couch, und so hatten wir einen netten Abend bei richtig guter Mucke und manch imposanten Poserdarbietungen. Beim Festival selbst sorgte natürlich die kurzfristige Ashbury-Absage für einigen Unmut, aber was willste machen. Titan Force überzeugten als Headliner derart, dass man eigentlich wenig vermissen konnte. Harry mit Echthaar-Stinktierperücke büßt tatsächlich kaum etwas seines vokalen Glanzes ein, der Typ scheint ewig jung zu bleiben. Diesmal fiel mir bei vielen Songs erst auf, wie frickelig sie teilweise doch sind, dabei fließt einem alles ganz geschmeidig in die Gehörgänge. Klasse Gig! Air Raid fand ich auch sehr amtlich. Ich hatte speedigen Metal vom Fass erwartet, bekam aber unerwartete Yngwie-Reminiszenzen serviert. Das muss ich mir im Hausgebrauch mal näher anhören, hatte ich bisher nicht recht auf dem Schirm. Ein Stimmungshoch herrschte zweifellos bei Visigoth, die die Klischee-Keule zum Schwingen und Glänzen brachten. Ich bin gespannt, ob das beturnschuhte Kuttenvolk auch beim FMO so steilgehen wird, wenn "Pinkman" das Schwert rausholt.

04.02.18

Meine Klimabilanz  hab ich ordentlich in die Miesen getrieben durch den Ausflug mit der Männergruppe nach Griechenland. Aber schön war's, und lustig, und mit guten Konzerten, etc. Da muss natürlich ein seriöser Reisebericht her, wenn ich mich schon mal so weit weg traue. Also halte ich mich jetzt nicht lang hier auf, muss tippen.

Kulturtour Griechenland

22.01.18

Das Vorprogramm zum kleinen Griechenland-Ausflug verlief ja schon mal sehr erfreulich. Wobei es im stinkreichen Bad Homburg ja doch recht beschaulich war, so vom Stadtbild und der Location her. Zumindest Mohr und mir wurden die gut zweieinhalb Stunden Maiden United dann auch eher ein bisschen zu lang, zumal man die ganze Zeit brav im Sessel hockte und niemand Getränke reichte. Im normalen Club kommt sowas dann doch meist besser. Wie z.B. am Vorabend im Colos-Saal bei Fates Warning. Dort war es zwar schon fast zu voll, ging aber noch, um den grandiosen Auftritt genießen zu können, auch wenn der ausschweifend zappelnde Nebenmann nervte. Aber Setlist, Sound und Spielfreude waren einfach top, so dass ich Gonzos Besessenheit gut nachvollziehen konnte. Wenn's normal läuft, sollte es in den nächsten Tagen weitere Gründe zum Feiern geben.

 

Das Wochenende vorher war ja auch schon nicht von schlechten Eltern. Hoher Besuch stellte sich ein, nur weil sich mein Schlüpfdatum jährte. Somit leistete mir Taina schon donnerstags Gesellschaft, was wir zum Testen der kreisstädtischen Gastronomie nutzten. Das Michelangelo wollte uns nicht, aber beim Inder geht ja zum Glück immer was. Der Absacker im Brauhaus war auch okay inkl. Paparazzi-Auftritt. Am nächsten Nachmittag musste das Café Swing herhalten, abends war Stubenhocken in der Kleingruppe angesagt, gefolgt von einem unserer seltenen Kellerbesuche. Viel los war dort nicht, aber Frau Rübensüß glänzte erstaunlicherweise sogar am Kicker. Auch der Samstag verlief nicht ohne Programm. Beim Michelangelo wieder abgeblitzt, danach spontane Einkehr in der Unterau, später fanden wir uns noch in der Eichhofsiedlung beim Hutzelfeuer ein. Da macht man was mit.

Palaver 2017

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Dates

  • 13.07. Gin Tasting, Halstenbek
  • 22.07. Iced Earth, Colos-Saal
  • 26.07. Headbangers Open Air
  • 10.08. FCSP vs. Rektumsdorf
  • 17.08. Taunusstein vs. FCSP

Lebensabschnittssoundtrack

  • Architects Of Chaoz: "(R)evolution"
  • Ghost: "Prequelle"
  • Khemmis: "Desolation"
  • Thin Lizzy: "Renegade"
  • Witchcraft: "Legend"

 

 

"Ist der Mensch nicht ein komisches Tier? Er tötet Millionen wild lebender Tiere und tut gleichzeitig alles, damit es seinen Haustieren gut geht. Er bringt Milliarden von Nutztieren um und isst sie. Das wiederum bringt Millionen von Menschen um, weil der Verzehr all dieser Tiere zu degenerativen - und letztlich tödlichen - Krankheiten wie Herzleiden, Nierenleiden und Krebs führt. Daher quält und tötet der Mensch Millionen weiterer Tiere, um diese Erkrankungen heilen zu können. Anderswo auf der Welt sterben Millionen von Menschen an Hunger und Unterernährung, weil die Nahrung, die sie ernähren könnte, dafür verwendet wird, Nutztiere zu füttern. Und währenddessen sterben manche Leute an zynischem Gelächter angesichts dieser absurden Menschheit, die dermaßen unbekümmert und brutal tötet, um dann einmal im Jahr Karten zu verschicken und um „Frieden auf Erden“ zu bitten."
(Vorwort aus "Old MacDonald’s Factory Farm" von C. David Coats)

"Die Weltlandwirtschaft könnte ohne Probleme 12 Milliarden Menschen ernähren. Das heißt, ein Kind, das heute an Hunger stirbt, wird ermordet."
(Jean Ziegler, UN-Sonderberichterstatter)

"Jagd ist nur eine feige Umschreibung für besonders feigen Mord am chancenlosen Mitgeschöpf. Die Jagd ist eine Nebenform menschlicher Geisteskrankheit."
(Theodor Heuss, erster Bundespräsident der BRD)

"Ich habe meine gesamte Jugend buchstäblich in Kotze, Scheiße, Urin, Kakerlaken, Bandwürmern und sterbenden, verwesenden Katzen verbracht. Auch das Essen wurde in entsprechender Art zubereitet."
(Tom Gabriel Warrior, TRIPTYKON)

"Man kann einzelne Menschen lieben, aber die menschliche Rasse im Ganzen ist das Allerletzte. Sie ist durch und durch verkommen."
(Lemmy Kilmister)

"Life is not the opposite of death. Death is the opposite of birth, life is eternal."
(Stan Ambrose in ANATHEMAs "Presence")

"It's just so beautiful. It was eternity, it's like I was always there, and I will always be there, that my existence on earth was just a very brief instant. I could say that I was peace, I was love, I was the brightness; it was part of me."
(Joe Geraci 1981, wie in ANATHEMAs "Internal Landscapes")

"Menschen schlagen die Zeit tot, bis sie sich revanchiert"
(Stanislaw Jerzy Lec)

"My name is Mohr, any questions!!?"
(Der Graue aus Marsberg auf internationaler Vorstellungsrunde)

"Nie wieder Einbecker Urbock, da tun einem die Klicker weh."
(Gero Hase beim morgendlichen Erwachen nach einem im Bockbierrausch jäh gescheiterten Anbaggerversuch)

"Die Ehe ist der Versuch, zu zweit mit den Problemen fertig zu werden, die man alleine nie gehabt hätte."
(Woody Allen)

"Alle haben gedacht, ich sei tot. Ich selbst auch."
(Tom Angelrippers Gedankenwelt nach krassem Bühnensturz)

"Mein Kopf ist nicht Ihr Tanzplatz!"
(Helga K. beim Privat-Brainstorming im Kreise der Arbeitskollegen)

"They probably had shit running down their legs, but you couldn't see it under the marvellous gowns!"
(Ronnie James Dio über romantische Aspekte des Mittelalters)

"Abseits is', wenn dat lange Arschloch zoo spät abspielt."
(Hennes Weisweiler über Günter Netzer)

"Es war ein wunderschöner Augenblick, als der Bundestrainer sagte: <Komm Steffen, zieh deine Sachen aus, jetzt geht's los.>"
(Steffen Freund, ehemaliger Nationalspieler)

"Man darf ein Album erst frühestens 15 Jahre nach der Veröffentlichung beurteilen. Alle, die wir über Musik schreiben, tun das ja nur aus einem sozialen Reflex heraus. Wären wir cool, würden wir 20 jahre lang die Fresse halten."
(Fenriz hat mal wieder recht)

"Ich komme aus der Gosse, da wird man entweder Zuhälter oder Fußballprofi."
(Deniz Naki)

"Wenn ich das sehe, wie die Paulianer hier in unserem Stadion feiern, dann könnte ich kotzen."
(hsv-Sportchef Bastian Reinhardt, 16.2.2011)