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Springdoom Depression 2014

30.11.19

Auch mal schön, am Wochenende einfach in heimischen Gefilden zu verweilen, vor allem wenn man vorher doommäßig langfristig in der Weltgeschichte unterwegs war. Letzten Freitag ging ich seit langem mal zum Fußball Gucken ins Insider, und als wäre ich nie abwesend gewesen, machte mir der Herr Wirt sogleich den Sky-Kanal mit dem FCSP-Spiel an, sehr schön. Christiane und Rita kamen auch noch dazu, und so verbrachten wir den Abend ideal bei der üblichen Niederlage im Erzgebirge. Ansonsten fand sich weitgehend nur die Crème de la Crème der Hersfelder Kneipenszene ein vom Blättchen-Producer über den Reifendealer bis zum einstigen Edelbetreuer der 24er. Fühlte sich sozial hochwertig an, so dass ich die Szenerie heute gleich nochmal checken werde.

Am Samstag drauf fuhr ich mittags in die Nordhessen-Hauptstadt, stärkte mich in Berts' Friterie mit den so ziemlich leckerst möglichen Pommes, um anschließend im Auestadion den unter Tobi Damm mächtig erstarkten KSV-Kickern beizuwohnen. Waldgirmes hielt zwar durchaus beachtlich dagegen, hatte beim 4:1 letzlich aber keine reelle Chance auf etwas Zählbares. Das war Sascha und mir einen Absacker beim lustigen Vick wert, bevor ich zügig zurück musste, da im Juze nach mehrjähriger Auszeit endlich wieder der Band Contest zum FullMetal Osthessen stattfand. Drei ziemlich unterschiedliche Bands spielten um die Wette, bevor Power Game außer Konkurrenz zeigten, wie standesgemäßer Heavy Metal gemacht wird. Dank intransparentem Modus gingen Wolfstavar als Erster über die Ziellinie, obwohl Broken Resistance die klar gelungenste Darbietung gezeigt hatten. Als Sieger der Herzen werden die jungen Purschen aber hoffentlich trotzdem wie unsereins einen prima Abend verlebt haben.

06.11.19

Nach meinem ziemlich erfolgreichen Trip in Sachen FCSP im September folgten nun zwei Besuche am Millerntor innerhalb von vier Tagen. Man war ja noch im DFB-Pokal vertreten, in welchem unseren Jungs die Frankfurter Eintracht zugelost worden war. Ausgerechnet hatte ich mir daher eh nicht viel, was eine hanebüchene Anfangsphase mit zwei schnellen Gegentreffern bestätigen sollte. Doch dann fingen sich die Braun-Weißen langsam, verkürzten per Elfer, und gewannen mit zunehmender Spieldauer die Oberhand. Zumindest eine Verlängerung lag in der Luft, allein in Nähe des gegnerischen Tors entstand einfach zu wenig wirkliche Gefahr für selbiges. Also flog man erhobenen Hauptes aus dem Wettbewerb, was soweit okay war.
Zwei Tage später ging's im Ligabetrieb gegen den KSC, der über weite Strecken beherrscht werden konnte, allerdings mussten wieder zwei Elfer herhalten, um zu Toren zu kommen. Dann vergibt Ryo zu Beginn der Schlussphase ne 200-Prozentige, und das bittere Ende mit Ansage nimmt seinen Lauf, 2:2 in der Nachspielzeit, natürlich per Kopf nach Ecke. Zum Mäuse Melken. Mein Experiment, mich mal weiter rechts auf der Gegengerade zu postieren, ging auch eher in die Hose. Weitgehend lahme Stimmung dort, die Leute nur innerhalb ihrer Bezugsgruppen am Kommunizieren und mit Bier Trinken beschäftigt. Immerhin traf ich draußen noch einige der ex-Hong-Kong-GenossInnen, so dass das Wochenende versöhnlich ausklang.

Wobei ja vorher auch fast alles gut war. Am sonnigen, kalten Reformationstag umrundete ich wie Tausende andere die Außenalster. Ein netter Spaziergang inkl. Zwischenstopp an der Alsterperle - sehr nett dort, wenn auch krasse Preise für die Erfrischungen aufgerufen werden. Optische Glanzlichter setzten vor allem die zahlreichen Jogger. Über der engen, langen Hose werden derzeit gern schlabbrige Shorts getragen. Scheint mir keinerlei praktischen Nutzen zu haben, und kacke aussehen tut's auch noch. Sehr geil auch die ganzen Wichtigtuer, die während des Sports ausschweifend telefonieren, und am besten dabei noch nen fetten Kinderwagen vor sich herschieben. Zum Glück wirkten die meisten Passanten aber doch eher entspannt-normal.

Abends stand ein feines Konzert im Knust an, drei amtliche Metal-Bands, alle ziemlich gut im Saft, spielfreudig und ohne leidiges Samplegedöns. Haunt wirkten schon sehr motiviert, waren am Posen wie die Weltmeister, klangen dabei aber auch musikalisch echt passabel. Einzig bei den Gesangslinien könnten sie sich noch etwas mehr von der Muse küssen lassen, damit man sie vielleicht zu höheren Weihen beruft. Der Club war anschließend so packevoll, dass ich auf die Galerie auswich, um entspannt Night Demon zu gucken. Und bei jenen weiß man ja, was man bekommt, nämlich eine energetische Performance und ziemlich cooles Material. Blöd nur, dass sie meinen Favoriten "Darkness Remains" ausgerechnet brachten, als ich draußen gerade auf meine Seitanwurst wartete. Bei Angel Witch blieb ich lieber gleich drin und wurde Zeuge eines würdigen Headliner-Gigs. Zwar sackten die Vocals an der einen oder anderen Stelle etwas weg, aber das wirkte eher unperfekt-sympathisch, als dass es nennenswert störte. Ein sehr gelungener Konzertabend fand mit einem großen Gin-Tonic sein erfrischendes Ende.

Der Freitag zwischendrin lief relativ beschaulich. Salatfrühstück im Gängeviertel, eher kurzer Rundgang im Hamburg Museum, und ein längerer Besuch bei der Adoptivfamilie in Halstenbek füllten den Tag gut aus. Bis ich in meinem Bettchen in den Colonnaden lag, war's dann sowieso wieder mitten in der Nacht.

27.10.19

Endlich mal ein von Erfolg gekrönter Fußball-Ausflug nach Fulda gestern. Nach dem Desaster im Mai hatte der KSV diesmal das nötige Glück, um trotz zweier Geschenke an den Gegner am Ende alle drei Punkte mitzunehmen. Nach dem längst überfälligen Trainerwechsel ist jetzt also wieder ein Tobi aus den eigenen Reihen für die sportlichen Belange zuständig. Vielleicht geht mit Chef Damm ja noch was nach oben, zumindest ist die Hoffnung zurück, wieder Richtung Regionalliga schielen zu können. Sascha wird seinen glückbringenden Schal wohl auch beim nächsten Stadionbesuch umlegen.

Zum Beginn der Lollswoche nahm ich seit langem mal an der Arbeit nicht frei, sondern hörte am Montag nur früher auf, um dann zum Volk auf dem Linggplatz zu stoßen. Es war wieder abartig warm, so langsam wird's zur Gewohnheit, im T-Shirt loszugehen, Klimakatastrophe sei Dank. Entsprechend gut war dann auch die Stimmung, und man musste sich gar nicht groß bewegen, um die üblichen Verdächtigen zu treffen. Am Ende das Nachmittags überredete mich Myri noch zur Karussellfahrt, die ich unbeschadet überstand, so dass sogar ein Absacker im Keller drin war. Am Dienstag Morgen schwang ich mich tatsächlich auf's Fahrrad, um zum Dienst zu gelangen, was wohl ne recht stramme Leistung darstellte. Besuch bekam ich zwei Tage darauf von Familie Keck, die auf der Rückfahrt aus dem Urlaub noch ein bisschen Lullusfest mitnahm. Bei ziemlichem Pisswetter war's nicht gerade sehr gemütlich auf dem Markt, aber die Raupenfahrt mit den zwei Damen gestaltete sich trotzdem echt unterhaltsam. Laut Judith das beste Fahrgeschäft seiner Art, und sie muss es wissen. Der Sonntag entwickelte sich auch noch sehr vielseitig, nachdem ich zunächst seit langem mal bei der SG Heenes/Kalkobes vorbeischaute. Das zunächst zähe Gekicke kam bald richtig in Gang mit jeweils einem Treffer für beide innerhalb von drei Minuten, bis es dann nahezu eskalierte, weswegen drei Kicker vorzeitig zum Duschen geschickt wurden. Höchst unterhaltsam! Das Ganze musste ich anschließend mit Gerrit und Claudia bei einigen letzten Lollsbierchen vorm Subway nochmal eingehend analysieren. Schließlich probierte ich das vegane Festnahrungsangebot in Form von Paprika-Champignon-Pizzabrötchen (ganz okay), bis ich zum überhaupt ersten Mal der Fierchelöschung beiwohnte. Vom Feuermeister erfuhr man dabei tatsächlich neue Details zum Zustand des Neubaus am Hessenplatz, was gar nicht gut klang. Es steht zu befürchten, dass dort derart gepfuscht wurde, dass auf absehbare Zeit kein Spielbetrieb aufgenommen werden kann, welch Elend. Davon leicht gefrustet bekam ich mich noch kurz mit meiner Nebenfrau in die Wolle, als der Redner populistisches Greta-Bashing zum Besten gab. Was aber einen rundum gelungenen Sonntag nicht merklich trüben konnte.

Zwischendurch war am Samstag ein Ausflug nach Paderborn zum Metal Inferno angesagt, wo ich überhaupt zum ersten Mal aufschlug. Hauptargument stellte der B.S.T.-Auftritt dar, welcher erwartungsgemäß das eindeutige musikalische Highlight bedeutete. Wenn ansonsten hauptsächlich geknüppelt und gethrasht wird, haben die Doomer beim geneigten Hörer natürlich umso leichteres Spiel, und so bedeuteten die 50 Minuten brachiale Hanseatenromantik selbstredend eine absolute Wohltat für Ohr und Herz. Einzig irritierend war die Tatsache, dass der Gig nicht wie gewohnt mit "Ride On" beeendet wurde, obwohl Herr Pschierer extra noch eine entsprechende Ansage tätigte. In Wien müsen wir da wohl vorher nochmal eindringlich drauf hinweisen. Ansonsten machten Reaper und Powergame halbwegs Spaß, während Disillusion zumindest bei Taina und mir für eher lange Gesichter sorgten. Die Veranstaltung als solche fand ich aber sehr gelungen. Feine Location, gute Stimmung und ne Menge coole Leute am Start, kann man wirklich empfehlen.

13.10.19

Am ProgPower-Freitag fragte ich mich noch, warum ich eigentlich nicht bei Psychotic Waltz in Bochum weilte. Am Abend des Samstags war ich heilfroh, den einen Gig der einstigen Progressive-Hippie-Metal-Helden überstanden zu haben. Ich sag's mal so, ich fand's eher suboptimal. Möge das wohl doch kommende Album gut werden und die Band auch live zu passabler Form auflaufen. Ich wäre bereit, den letzten Eindruck korrigieren zu lassen. Ansonsten haderte ich beim PPE hauptsächlich mit den im Mix bei den meisten Bands viel zu lauten Samples, so dass mir Vieles wie Halbplayback vorkam. Das hab ich so krass selten erlebt. Dabei waren einige echt gute Combos am Start, z.B. Ghost Ship Octavius, Kingcrow oder Rendezvous Point. Zum Glück hatte Taina Beschallungsequipment dabei, so dass wir zum ohralen Ausgleich in unserem Luxuschalet auch mal richtigen Heavy Metal ganz ohne Firlefanz hören konnten. Drumherum passte alles mit unserer Reisegruppe, Unterkunft, Location, Örtlichkeiten und den ganzen netten Menschen sowieso. Sozusagen eins der schönsten Festivals überhaupt, wenn man die Auftritte mal ausklammert. Dabei lohnt sich ein Trip nach Baarlo eigentlich ja allein schon, um sich im Centraal durch die über 100 gelisteten Biere zu probieren, vegane Verkostung inklusive.

03.10.19

Der September geht ja mittlerweile locker als Sommermonat durch, eigentlich ganz schön, aber auch zunehmend beängstigend. Teile der Jugend begehren gegen die politische Untätigkeit langsam auf, so wieder am 20.09. beim großen Klimastreik, der auch unsere beschauliche Kreisstadt tangierte. In Thüringen war zum ersten Mal Weltkindertag und damit arbeitsfrei, also konnte ich mich problemlos dem Protestzug anschließen. Ich hatte ja mit größerem Auflauf gerechnet und vielleicht mit ein paar bekannten Visagen. Aber die Masse ist halt sehr träge, und irgendwie stellten die ca. 300 Aufmüpfigen für Hersfelder Verhältnisse ja ein recht beachtliches Grüppchen dar. Immerhin reicht sowas ja schon aus, damit sich ein paar Wohlstandshoschis in ihrem Konsumtran gestört fühlen.

Anschließend sorgte ich auch selbst wieder für Treibhausgasemmissionen, indem ich per Bahnfahrt ein elektrisch verstärktes Konzert weitgereister Musikanten besuchte. Nach gewohnt leckerer lukullischer Stärkung im Namaste, gingen Sascha und ich die paar Meter zum Musiktheater, wo sich die Thrash-Prominenz angesagt hatte. Die örtliche Coverband eröffnete zu erfreulich früher Stunde mit kurzweiligen Gassenhauern, bevor Rezet das Tempo deutlich anzogen. Eine sehr engagierte, professionelle Performance bot die Truppe, allein das Songmaterial wirkte nicht übermäßig spannend. Bei Flotsam war es dann eher umgekehrt, auf der Bühne war nicht allzuviel Bewegung, was aber nicht weiter tragisch war angesichts der Fülle an kleinen und größeren Hits. Allein "Dreams Of Death" und "No Place For Disgrace" waren das Erscheinen schon wert, großartig. Einige Beck's später sah ich dann seit langem mal wieder Destruction live, und ich fragte mich, wieso die altgedienten Thrasher viel weniger Leute ziehen als z.B. die viel rumpeligeren Sodom. Ein so prägender Gitarrist wie Mike S. ist schon speziell, dazu kommt jetzt ja noch ein zweiter Klampfer, der ebenfalls ein kleiner Virtuose ist. Und etliche Songs können auch was, da kamen doch einige Aha-Effekte auf, Höhepunkt zum guten Schluss "Bestial Invasion"! Ein feines Package am Freitagabend, man kann nur hoffen, dass der Veranstalter nicht so arg viel drauflegen musste. Sehr löblich auch, dass es so früh losgegangen war, dass ich anschließend noch bequem mit dem cantus zurück in die Kreisstadt gondeln konnte.

Zwei feine Wanderungen waren auch drin zum Sommerabschluss. Einmal bestand der Plan, von Rotenburg aus geradewegs durch den Wald nach Hersfeld zu latschen. Klappte nicht ganz wegen irreführender Beschilderung, so dass nur ein Rundweg daraus wurde. Trotzdem schön dort in der Pampa, wo Fremde sonst nur aufschlagen, um sich verspeisen zu lassen. Kaum verfehlen konnte ich das andere Ziel Eisenberg, denn die Wegweiser vom hiesigen Bahnhof aus sind wirklich zahlreich. Meist gemächlich ansteigend ist dies eine schöne Route, um ein paar Stunden unterwegs zu sein, ohne erst langwierig zu einem Startpunkt zu gelangen. Nettester Rastplatz zwischendurch ist die Stellerskuppe mit malerischem Kessel vom ehemaligen Tagebau. Krass und weniger schön die längere Passage in Autobahnnähe, wo das Waldsterben großflächig zugeschlagen hat. Dort sieht man deutlich, dass der Saure Regen ein lauer Furz war im Vergleich zur penetranten Trockenheit im Verbund mit dem lieben Borkenkäfer.  Oben beim Borgmannturm stehen zum Glück noch Bäume, so dass man beim Genuss des Gipfelweizens wieder entspannen kann. Zurück nahm ich dann praktischerweise den Linienbus, der wegen Baustelle erstmal auf abenteuerlichem Feldweg gen Salzberg gurkte. Ich war natürlich einziger Fahrgast, bis zwei sichtlich angeheiterte Genossen für einen kurzen Transport zustiegen. Anschließend beorderte mich der Fahrer per Durchsage nach vorn, da er lieber vernünftige Passagiere in seiner Nähe haben wollte, und zettelte eine Unterhaltung an. Da erlebt man was im NVV.

Nicht zuletzt besuchte ich in den letzten Wochen gleich drei Spiele des magischen FC, was also gleich vier am Stück ergab nach dem Trip nach Dresden. Und der Zeitraum war günstig, wo das Team doch gerade mit stabil guter Form glänzt. Highlight war selbstredend der Derbysieg am Millerntor, 2:0 gegen die bis dahin unbesiegten Nachbarn von der Müllverbrennungsanlage! Es war ein Eigentor dabei und ein aberkannter Treffer der Rauten wegen ganz knappen Ausballs, aber ein bisschen Glück muss halt immer im Spiel sein. Jedenfalls traten die Braun-Weißen ganz anders auf als noch im März beim Debakel, und zum Glück beherrschten sich auch die Zündelfreunde hinter den Toren weitgehend. Schade nur dass am späten Montagabend alle dann doch bald Richtung Bett strebten und so nicht mehr ausgiebig gefeiert werden konnte. Aber man muss den Erfolg ja auch nicht zu hoch hängen, gab ja nur drei Punkte.

Den Sonntag drauf in Osnabrück rief wieder die Pflicht, gewohnheitsmäßig war eigentlich eine Niederlage zu erwarten, aber unsere Jungs hatten noch genug Körner, um dagegenzuhalten und verdient einen Punkt mitzunehmen. Nach dem Spiel passte es perfekt, fast direkt zum Bastard Club zu marschieren, wo Metal Matinee angesagt war. Um 17 Uhr starteten Spirit Adrift vor gut gefülltem Laden mit ihrem treibenden Doom Metal, der live fast noch besser klang als auf den sehr guten Scheiben. Etwas länger hätte der Set ausfallen können, das Publikum spendete großzügigen Applaus. Der anschließend bei Sanhedrin noch üppiger wurde. Das Trio aus Brooklyn hatte aber auch wieder einen Sahnetag erwischt, ein Song perlte strahlender aus den Speakern als der andere. Zum Schluss wurde einfach so lang geklatscht, bis die Band tatsächlich noch einen ungeplanten Song dranhängen musste. Ein nahezu perfekter Sonntag in der Hasestadt, ein solches Programm bekommt man nur selten geboten. Letztes Match in der Reihe war jenes gegen Sandhausen, wieder ein 2:0, diesmal noch souveräner herausgespielt, sowas kennt man aus den letzten Jahren eigentlich kaum noch. Im Moment sieht es so aus, als hätten die Verantwortlichen mit der Verpflichtung Luhukays mal wieder recht gehabt. Vielleicht ist man nächste Saison ja zu Größerem in der Lage, zunächst wäre ein stabiler Aufenthalt in der oberen Tabellenhälfte sehr genehm. Am Tag davor besuchte ich zum ersten Mal ein Spiel der U19 am Königskinderweg. Auch mal schön, dort in beschaulicher Runde im Beisein einiger Prominenz dem vom bisweilen wie früher pöbelnden Schulle trainierten Nachwuchs zuzuschauen. Leon Flach wird wahrscheinlich dann auch bald bei den Profis auftauchen, vermute ich mal. Anschließend stand der eigentliche Anlass meines Ausflugs an, Tainas Geburtstagnachfeierei. Windgeschützt konnten wir tatsächlich noch draußen sitzen, Feuer war nicht nötig, und der neue Luxuspavillon hielt auch. Letzte gelungene Sommeraktion quasi, das freute auch die Meeries.

12.09.19

Erstes Spiel der Kiezkicker in dieser Saison besucht, und es lief in Dresden zunächst unglaublich gut, die Tore zum 0:3 fielen wie reife Früchte. Dann patzte unser Skyman kurz vor der Pause, später nochmal kurz vor Schluss, und zwischendurch gab es einen weiteren Gegentreffer, so dass man mit einem Punkt zufrieden sein musste. Das Spiel war schon ziemlich intensiv trotz hochsommerlicher Temperaturen, weswegen nach Schlusspfiff ein Großteil der Akteure völlig platt auf den grünen Rasen sank. Schon beim puren Zuschauen drückte das Klima arg auf den Kreislauf, echt heftige Bedingungen. Interessant natürlich auch besonders das Drumherum im berüchtigten Osten, allerdings erlebte ich es abgesehen von ein paar dümmlichen Bannern nebst einigen Gesängen dissenden Charakters als relativ erträglich. Ein immenses Aufgebot an Cops sorgte vorm Stadion schon gleich für entsprechende Einschüchterung, dass sich drin irgendwelche Ordner als Nazis outeten, überraschte aber im Nachhinein kaum.

Die Stadt selbst wirkte auffallend entspannt, zumindest im touristisch unterlaufenen Zentrum bzw. in der kiezmäßig wirkenden Neustadt, wo ich zwecks pflanzlicher Vertilgung fündig wurde. Erstaunlich dass am Freitag Abend im prominent gelegenen Biergarten an der Elbe gar nicht mal elend viel los war. Ob's mit den saftigen Preisen zu tun hatte? Jedenfalls machte die Kulisse unweigerlich Appetit auf Radeberger, da schlug die Gehirnwäschewerbung voll durch. Allerdings sollte es bis zum nächsten Tag nach dem Spiel dauern, bis ich endlich das originale Pils im Spezialausschank zu mir nahm, denn meistenteils wird komischerweise Feldschlösschen oder ein sonstiges Gebräu angeboten. Man muss sich aber keine Sorgen machen, dass ich nun zum Radi-Fan mutiere, das Zeug schmeckt nämlich nur in der Nähe der Semperoper. Jedenfalls war's in Sachsens Hauptstadt für den Anfang nicht übel, weitere Besuche schließe ich mal nicht völlig aus.

29.08.19

Zuletzt besuchte ich zwei musikalische Events in Osthessen von völlig unterschiedlichem Charakter. Zunächst wagte ich mich mit Rita zu den Scorpions in Fulda, Christiane und René verfolgten das Ganze von außerhalb des Domplatzes. Letzteres stellte die womöglich klügere Variante dar, denn die Gegenleistung für die horrend teuren Tickets fiel gelinde gesagt mager aus, rein auf die Qualität bezogen. Die New Roses als Vorband konnten bereits nicht überzeugen, da es allein schon am zur Verfügung gestellten Sound mächtig haperte. Vielleicht ist der Hype um die Truppe berechtigt, überprüfen konnten wir es nicht, da die Chose klang, als hätte man die PA im extra mumpfigen 10 % - Modus laufen. Irgendwie schienen sie auch nur einen kleinen Teil der Bühne nutzen zu dürfen, sah jedenfalls komisch aus. Bei den Altrockern aus Hannover wurden dann zwar mehr Klang und Platz aufgefahren, vom imaginären Hocker riss es uns jedoch beileibe nicht. Die im Vorfeld Lästernden behielten leider recht, denn Klaus Meine  knödelte sich zunächst wenig erbaulich durch den Set. Sein über die Leinwände in Nahaufnahme zu bewundernder Jopi-Heesters-Teint konnte den Eindruck auch nicht gerade verbessern. Beim 70er-Medley hätte ich mir Uli Jon Roths Band herbei gewünscht, die die ollen Kamellen mit deutlich mehr Schmackes zu präsentieren weiß. Zum Glück war nicht alles kacke. "Coast To Coast" braucht bekanntlich keinen Gesang und kam echt amtlich. Und Klaus M. selbst taten offensichtlich die schnulzigen Balladen gut, denn von da an klang es stimmlich plötzlich geschmeidiger, so dass die feisten Hits am Ende halbwegs zu goutieren waren. Pluspunkte außerdem: Schickes Ambiente vorm Dom, keine Wartezeiten am Ausschank, und vor allem fühlte man sich unter den ganzen alten Semestern fast nachwuchsmäßig jung. Zurück in Hersfeld mussten wir das im Keller nochmal Revue passieren lassen, während mich Rita beim Kickern dann doch wieder verdammt alt aussehen ließ. Zum Glück konnte ich allen angestauten Frust am folgenden Nachmittag im Auestadion rauslassen, wo das Team aus Stadtallendorf eine festspielreif schauspielernde Vorstellung bot.

Völlig entspannt verlief dann eine Woche später der Fahrradausflug zum Johstock nach Oberhaun. Ich wusste ja nicht wirklich, was mich erwartete. Auf einer Wiese oberhalb des Dorfes feierte eine Gruppe völlig cooler Leute quasi Geburtstag, wozu sie sich ein eigenes kleines Festival gönnte. Da stand dann also eine putzige, selbstgezimmerte Bühne im Grünen, die zwei Tage lang von etlichen Bands bespielt wurde. Dazu konnte man sich an der geschmackvoll eingerichteten Bar das Bier selbst zapfen, gegrillt wurde auch. Ebenfalls vorhanden waren ein Camping- und Parkbereich, Lagerfeuer sowie die obligatorischen Dixies. Das alles mitten in der Pampa für eine überschaubare Anzahl durchweg netter Leute, ziemlich verrückt. Und die Krönung war der Freitags-Headliner, die wuchtigen Romantik-Doomer von B.S.T.! Nachdem ich gefühlt ein paar Stunden mit diversen Freaks im Schnack vertieft gewesen war, gingen wir schließlich zum dann ganz gut frequentierten Platz vor der Bühne, um einem denkwürdigen Gig beizuwohnen. Volker hatte das kleine Besteck mitgebracht, Sound und Licht passten also. Und die Band hatte wieder mal Bock, selbst Galone, der vorher noch stundenlang versucht hatte, sich einen Infekt wegzupennen. Nicht dass ich B.S.T. live schon mal durchschnittlich gefunden hätte, aber an diesem Abend berührte mich die Darbietung wohl intensiver denn je. Heikos Klargesang kam noch nie so gefühlvoll, fast schon beängstigend. Und dann natürlich vor allem die ganzen großartigen Songs, die einem immer vertrauter werden. Bei manchen Textzeilen kam's mir vor, als wären es mittlerweile geflügelte Worte des gesamtdeutschen Sprachschatzes, so verinnerlicht ist einiges inzwischen. Nach einigen Stücken von "Die Illusion" ging es jedenfalls mit "Unter Deck" weiter, und spätestens bei "Aufgabe", allerspätestens "Ride On", stellten sich Ganzkörperüberschauerung und Klüsenpipi ein. Welch grandioser Abend. Die Kapeiken vom Millerntor gaben alles unter freiem, lauem Nachthimmel in meinen heimischsten Gefilden, und spielten dann auch noch so lang wie nie zuvor. Normalerweise ist nach "Ride On" ja Schluss, nicht so heute, wo tatsächlich noch drei Songs hinterher kamen. Über 90 Minuten, wahre Headliner, kurz nach Mitternacht verklang der letzte Ton. Herrlich. Beim Antreten des Heimwegs traf ich tatsächlich noch auf Oberhauner Dorfjugend, die hoffentlich von B.S.T. angefixt worden waren. Nach kleineren Startschwierigkeiten schaffte ich auch die paar bizyklen Kilometer nach Hause, wo ich noch einen Moment der Einkehr brauchte, um den grandiosen Abend zu verarbeiten.
Setlist B.S.T. @ Johstock 2019

15.08.19

Beim buchcafé hatte man die glorreiche Idee, quasi während der Sommerpause ein rockiges Konzert zu veranstalten. Eigentlich nicht verkehrt, wenn dazu eine kompetente Coverband wie Aw4ke eingeladen wird. Ich sah es allerdings kommen, dass trotz großer Aktivierungsversuche meinerseits nicht allzu viele Gäste auftauchen würden, da etliche potentielle Kandidaten auf diversen Festivals unterwegs waren. Und so verloren sich zunächst handgezählte 11 Besucher in den weitläufigen Räumlichkeiten, mit den Späterkommenden wurden es schließlich etwa 20. Eigentlich katastrophal, doch erstaunlicherweise entwickelte sich daraus trotzdem eine gelungene Veranstaltung. Der Band war keine Enttäuschung anzumerken, sie schien sogar Spaß zu haben, was launigen Ansagen und heiteren Mienen zu entnehmen war. Die paar Unentwegten applaudierten tüchtig, einige tanzten gar, als nach viel Rock endlich der Metal zum Zug kam. Der Gig nahm auch kein Ende mehr, nach zwei Stunden wurde immer noch fleißig weiter gezockt. Und irgendwie war es dann doch ganz gut, dass nicht mehr Zahlende auftauchten, denn die Experten vom Verein hatten gar nicht dran gedacht, die Getränkevorräte aufzufüllen, so dass wir den Laden nahezu trocken gesoffen hatten. Sehr nett am Ende auch noch die Begegnung mit Manni M., der eine Menge Schoten aus besseren Hersfelder Rockzeiten zu erzählen hatte. Das Thema sollten wir demnächst vielleicht vertiefen.

Mit dem leidigen Fußball geht's inzwischen auch auf sämtlichen Ebenen wieder los. Von Hessen Hersfeld konnte ich beide bisherigen Spiele eigenäugig verfolgen, wobei es zunächst ein flottes 2:2 gegen Philippsthal gab. Und dies kam im altehrwürdigen und restaurierten Oberaustadion zur Austragung, nachdem dort ein Jahr lang am neuen Funktionsgebäude nebst Tribüne gewerkelt worden war. Macht im Ansatz einen guten Eindruck, allerdings fehlt noch das Wichtigste, nämlich ein Schankraum. Außerdem stehen jetzt die ganzen Renovierungen drum herum an, die hoffentlich auch wirklich stattfinden und nicht klammen Kassen zum Opfer fallen. Das kommende Heimspiel ist erstmal nach Asbach verlegt, womöglich wegen Havarie, es geht gut los... Auswärts verschlug es mich zum Rasdorfer SC, den ich per Fahrrad durchs Eitratal landschaftlich recht reizvoll erreichen konnte. Das Wetter passte, Spiel durfte sich sehen lassen, und das Altmännerpublikum ließ sich zu einigen emotionalen Ausbrüchen hinreißen, nicht übel. Das 3:0 für die Blauen ging am Ende gegen einen limitierten aber unbequemen Gegner in Ordnung. Schön auch die Weizengoutierung in Gesellschaft des bekannten Bioterrassenbotanikers, der nach Spielschluss von anwesenden Vertreterinnen des anderen Geschlechts sichtbar mehr in Wallung gebracht wurde, als es die 22 Kicker über 90 Spielminuten bei allem kämpferischen Einsatz vermochten. Vermutlich ist er beim nächsten Heimspiel zwecks Vertiefung wieder am Start.

Headbangers Open Air

24.07.19

Immer wieder gut mehrere Veranstaltungsbesuche durch ein paar Urlaubstage zu verknüpfen. Nach vier grandiosen Heiligen Messen in der Metal Church mit Armored Saint (worüber noch näher berichtet werden sollte), gondelte ich ein weiteres Mal in den Ascheberscher Colos-Saal, um mit noch älteren Männern noch älteren Säcken beim Rock 'n' Roll zuzuschauen. Kaum zu glauben dass der 71-jährige Angry Anderson weiterhin fleißig mit Rose Tattoo unterwegs ist, auch wenn er ne relativ junge Band um sich geschart hat. Erstaunlicherweise hat der Typ auch tatsächlich noch Feuer im faltigen Arsch, versprüht räudige Energie, rotzt rum wie ein Weltmeister und säuft alkoholische Getränke während des Gigs. Die erste ca. halbe Stunde fand ich es sehr geil, danach schlichen sich einige etwas lahmere mir nicht bekannte Nummern in den Set. Was jetzt auch nicht tragisch war angesichts der tropischen Temperaturen im proppevollen Club. Zumindest in den vorderen Reihen hatte ich eh den Eindruck, dass einigen Leuten recht schnell die Puste ausging. Nicht jedoch dem kleinen Angry auf der Bühne, der über 90 Minuten eine astreine Performance bot und selbst eine Menge Spaß hatte. Lasst die Oppas also ruhig rocken bis zum bitteren Ende, solang sie es sauber gebacken kriegen.

Da es sich bezüglich Alter des Publikums konzertant nicht weiter steigern ließ, besuchte ich gestern seit Jahren mal wieder eine Aufführung der Hersfelder Festspiele. Vorsichtig geschätzt dürfte der Schnitt locker über 60 gelegen haben, aber immerhin wurde ich nicht schräg angeschaut. Ich brauchte ein Weilchen, um mit dem Schauspiel warm zu werden, doch dann lief mir Kafkas Prozess recht geschmeidig rein. Der Intendant hatte den Stoff halt auch gut nachvollziehbar aufbereitet, so dass der Inhalt eingängiger erschien als bei der Romanvorlage. Auch deren sexuelle Tendenzen wurden deutlich aufgegriffen und vertieft, zumindest kann ich mich vom Buch her nicht erinnern, dass Fräulein Bürstner in den Genuss eines amtlichen Cunnilingus gekommen wäre. Nachdem ich die Aufführungspause zum Aufsuchen des heimischen WCs genutzt hatte, war das verbleibende Stündchen recht schnell verflogen. Kann man sich echt mal reinziehen, zumal manch Schauspieler wirklich krass abgeht. Auch nett wenn anschließend noch bekannte Visagen im angrenzenden Biergarten anzutreffen sind.

Metal Church & Armored Saint

30.06.19

Bei der derzeitigen Saharahitze ist außer Radfahren eher kaum Bewegung im Freien angesagt. Letzten Sonntag wagte ich aber immerhin eine kleine Verwanderung im Gudegrund, wohin es mich  zum allerersten Mal überhaupt verschlagen hatte. Die Gegend war mir bisher namentlich nur vom dortigen Fußballverein her bekannt. Man kommt durch Dörfer, deren Existenz einem bisher völlig entgangen war, und im ganzen hübschen Tal herrscht eine wirklich bemerkenswerte Ruhe. Ganz gelentlich fährt mal ein Auto auf der Straße, vielleicht ein Traktor auf dem Feld, aber nicht mal die sonst überall nervenden Motorräder dröhnen durch die Landschaft. So ließ es sich sehr entspannt durch Wald und Flur schlendern, bis mein geplanter Weg an einer zugewucherten Lichtung jäh endete. Querfeldein schlug ich mich durchs Unterholz, um irgendwann wieder gespurtes Terrain zu erreichen, kam jedoch nicht mehr auf den eigentlich vorgesehenen Kurs. Egal, so passierte ich nach Niedergude auch noch Obergude, um nach ein paar idyllischen Stündchen zurück in die Zivilisation gespült zu werden.

Nicht ganz so verpennt verhält es sich in der Point-Alpha-Gemeinde Rasdorf, obwohl auch die dortige Gegend zum Urlauben einlädt, was vor allem Bürger mit eigener Bioterrase so sehen. Hobbybotaniker Michel wollte den Genuss lobenswerterweise gern teilen und lud Hank und mich zum Feierabendschöppchen ein. Dem kamen wir gern nach, schon die Radfahrt durchs Grüne gestaltete sich sehr malerisch. Zwar konnte uns der junge Bauherr keine adäquate Wegbeschreibung liefern - kennt sich im eigenen Ort ja noch nicht so gut aus - aber nach ein wenig Fragerei fanden wir schließlich die mit großem Aufwand errichtete Grünanlage. Sonnenschutz war verständlicherweise Mangelware, schließlich soll die Fotosynthese ungehindert vonstatten gehen. So schauten wir den exotischen Pflanzen bei obergärigem Genuss eine Weile entspannt beim Wachsen zu und lauschten den ambitionierten Plänen zum weiteren Ausbau des Biotops. Dank Margarita bestand auch keine Gefahr zu großer Entsalzung.

Zum zweiten Mal betrat ich das anthroposophische Zentrum zu Kassel, nach dem eher mauen Palaver Atze Schröders vor drölfzig Jahren sollte es von Max Uthoff weitaus Substanzvolleres zu hören geben. Gundi und Sascha kamen spontan mit ins von rechten Winkeln weitgehend freie Gebäude, wo kuschelige Temperaturen herrschten. Etliche Damen hatten wohlweislich den edlen Fächer im Gepäck, alle anderen wedelten sich mit den verteilten Broschüren Luft zu. Beim Meister auf der Bühne schien es weniger stickig zu sein, er wirkte jedenfalls zwei Stunden lang ziemlich fidel und geistreich. Wie alle großen Kabarettisten erklärte auch der Chef der Anstalt nachvollziehbar und ausführlich, was so alles falsch läuft auf der Welt, die große Politik betreffend wie auch im Wohlstandsgebaren des einzelnen Nordhalbkugelbewohners. So einzigartig lässig zugespitzt wie bei Hagen Rether klang es natürlich nicht, aber wenigstens fühlte man sich anschließend auch weniger selbst für alles Schlechte verantwortlich. Beim Absackerweizen in der Destille gegenüber genossen wir noch ein paar Songs lang netten Coverrock, bevor es mit dem schwach frequentierten cantus zurück ging.

16.06.19

Der Hessentag vor der Haustür wäre dann auch überstanden. Was recht leicht fiel, denn so brechend voll war's im Städtchen eher nicht. Der stark dezimierte Kraftverkehr sorgte sogar für ungewohnte Entspanntheit auf vielen Abschnitten, das könnte gern öfter so sein. Und vielleicht haben ja auch einige ÖPNV-Nutzer gemerkt, dass Bus und Bahn zu fahren ganz okay sein kann. Sicher werden sich die Verantwortlichen eifrig auf die eigenen Schultern klopfen, weil alles so toll gelaufen sei. Ich fand das Ganze ja viel zu aufgeplustert, man hätte die Veranstaltung zeitlich wie räumlich deutlich komprimierter über die Bühne bringen können. Auf großer Fläche Kriegsgerät auszustellen, ist einfach daneben, genauso wie nächtliche Hubschrauberflüge. Ein Lichtblick dass es immerhin eine kleine Demo dagegen gab, auch wenn es nur Wenige registriert haben dürften.

Eine makellose Party hingegen fand über Pfingsten wieder beim Rock Hard Festival statt. Die drei Tage verflogen rasend schnell, weil von früh bis spät klasse Stimmung herrschte, ob nun beim Frühschoppen im Café Extrablatt, abends bei Abba-Sound im Glückaufhof Mathey oder natürlich beim eigentlichen Programm im Amphitheater. Wo mir diesmal besonders der durchgehend großartige Sound auffiel, so muss das klingen! Nach den allgemeinen Reaktionen zu urteilen, scheinen Anthrax die geilste Show abgeliefert zu haben, als Mohr und ich allerdings schon die Segel gestrichen hatten. Einigen Highlights durften wir aber auch beiwohnen, wie z.B. Lizzy Borden, Long Distance Calling, Heir Apparent oder den wieder großartigen Kartoffelpuffern. Das Publikum war wie immer sympathisch am Feiern, so dass auch nächstes Jahr wohl kein Weg am Rhein-Herne-Kanal vorbeiführen dürfte.

Pläsier bereitete kurz vorher auch wieder ein Ausflug ins Marburger Szenario zu Crimson Dawn und Doomocracy. Bei schweißtreibenden Temperaturen und vor handverlesenem Publikum präsentierten beide Bands leidenschaftlich ihre jeweilige Spielart wahren Doom Metals. Die Italiener wiesen wie üblich einen herrlichen Kauz-Faktor auf, während die Griechen sich ein weiteres Mal der stark von Solitude Aeturnus beeinflussten Epik widmeten. Bis auf etwas zu starken Sample-Einsatz klang das alles sehr dufte, und das gereichte fränkische Bier trug sein Übriges zur guten Stimmung bei. Mögen solche Kapellen ihr Ding weiter kompromisslos und mit Spaß durchziehen.

Auf den eigentlich schönen Fußballtrip nach Flieden geh ich lieber nicht näher ein, zu enttäuschend endete das Wechselbad der Gefühle nach großem Auf und Ab. Noch eine Saison Hessenliga für den KSV also, immerhin lockt eine besonders kurze Auswärtsfahrt nach Steinbach, es gibt sicher Schlimmeres.
Nachtrag (30.06.): Den Mettfresser muss ich dann aber doch noch erwähnen. Auf dem Rückweg im cantus sitzt mir ein etwas verlebt wirkender Typ gegenüber. Irgendwann packt er nen Löffel aus, greift zur Plastikschale neben sich, und schaufelt sich das pure Hackfleisch rein. So'n Billiggammelfleisch vom Discounter, ohne alles, eventuell nicht mal gewürzt. Extrem eklig. Ganz schafft er seine Portion nicht, den Rest drückt er mitsamt Verpackung in den viel zu kleinen Müllbehälter neben sich. Bei sowas kann einem schon dezent übel werden.

28.05.19

Nachdem ich das KIT diesmal ausgelassen hatte (wie auch Cancelmass), machte ich stattdessen einen Kurztrip nach Bamberg. Die Erinnerungen von der Klassenfahrt Anfang der Achtziger waren nur noch sehr blass, und seitdem hörte ich immer mal neugierig machende positive Aussagen über die Stadt. Meine hohen Erwartungen wurden auch völlig erfüllt. Die historische Altstadt, auch Weltkulturerbe, ist schlichtweg wunderhübsch, zumal die Regnitz mittendurch fließt und für grandioses Ambiente sorgt. Hinzu kommt die spezielle, üppig gepflegte Biertradition mit gleich 11 Brauereien allein im Stadtgebiet, die für reichlich Ausschank auf Schritt und Tritt sorgt. Dabei geht es nicht nur um das sehr spezielle Rauchbier, auch die ganzen anderen Sorten sind sehr empfehlenswert. Man könnte allein Wochen damit zubringen, sich überall durchzuprobieren... Mit musikalischer Kultur sieht es ebenfalls gut aus bei drei oder vier Clubs, die live regelmäßig was veranstalten. Nur in Sachen Metal scheint eine gewisse Lücke zu klaffen. Die erwanderte Gegend drumherum fand ich nicht ganz so besonders, vielleicht hatte ich auch etwas Pech beim Auswählen der Touren. Immerhin fühlte es sich auf dem Hummerstein über Ebermannstadt mal so richtig nach Fränkischer Schweiz an. Alles in allem gewiss ein sehr lohnendes Ausflugsziel.

Die Freie und Hansestadt lohnt sich zwar auch immer, aber beim FCSP lief es dann zuletzt ja so bescheiden, dass Nomans Geburtstagsfeier sicher den Hauptgrund zur Anreise bot. Diese gestaltete sich dann auch richtig schön mit entsprechend netten Gästen, wobei es sich draußen abspielte, als die nächtlichen Temperaturen noch sehr verhalten waren. Ein Feuer wurde also entzündet, das zusätzliche Gemütlichkeit brachte. Dass meine Schuhspitze plötzlich in Flammen stand, war nicht geplant, sorgte aber für einen ineteressanten special effect. Ebenfalls überraschend bereitete ich mein erstes Stockbrot zu, wobei die entstehende Form ja womöglich irgendwas orakeln soll. Der Maulwurf mit Spitzmaus-Gen blieb mir in seiner Bedeutung allerdings eher schleierhaft. Anderntags am Millerntor bot die verbliebene Rumpftruppe der Braun-Weißen immerhin wieder eine richtig gute Halbzeit beim 0:0 gegen Bochum. Sehr schön wurde es erfreulicherweise mal mit meinen Nebenleuten, die durch ihr passende Wellenlänge für mein bestes Stadionambiente seit langem sorgten. Da will ich doch hoffen, die Leutchen vielleicht öfter dort anzutreffen.

07.05.19

Als das Osterwochenende zum Vorhochsommer mutierte, lag erstmal nichts groß an, also folgte ich dem Tipp des Rasdorfer Bioterrassen-Botanikers und machte eine kleine Radtour ins westthüringische Borsch. Der dortige SV kickt in der Landesklasse bei beachtlich hochplatziertem Tabellenrang. Auf dem Dorfsportplatz hatten sich immerhin rund 250 Zuschauer eingefunden, es gab Bit im Plastebecher, so weit sah es erstmal nicht besonders spektakulär aus. Allerdings beeindruckte die Darbietung auf dem Rasen dann doch mit recht hohem Tempo, Einsatz und Leidenschaft, was ich z.B. von der hessischen Gruppenliga so nicht mehr gewohnt war. Nachdem es zu Beginn der zweiten Hälfte etwas gemächlicher zuging, nahm die Veranstaltung bald wieder Fahrt auf, erfreulicherweise unter reger Beteiligung des Publikums, welches eine gute Balance zwischem lebhaften Support für die eigene und fairem Gepöbel für des Gegners Mannschaft bewerkstelligte. So wurde dem Tabellenfüher aus Sonneberg eine klare Niederlage beigefügt, die Lust auf mehr machte. Ist die wahre Amateurfußballkultur etwa im Osten zu Hause?

Bei Hessen Kassel handelt es sich ja eher um Profis, und so sah es dann ausnahmsweise auch von der Kulisse her am Ostermontag im Auestadion seit langem wieder aus. Die Idee, das Derby gegen Baunatal zum Zuschauerrekordversuch zu nutzen, erwies sich doch als ziemlich gelungen, auch wenn es mit gut 15000 nicht ganz reichte. Sportlich wurde es schwieriger als gedacht, denn die Vorstädter schienen motiviert bis in die Haarspitzen zu sein und ärgerten den Favoriten enorm, mussten sich am Ende aber doch geschlagen geben. Wer dachte, dass vom zahlreichen Eventpublikum wenigstens ein paar Hundertschaften auf den Geschmack gekommen sein könnten, sah sich kurz darauf gegen Hadamar arg getäuscht, als die Kulisse fast noch dünner war als all die Heimspiele zuvor. Wohlgemerkt bei Topausgangslage als Tabellenzweiter gegen ein Spitzenteam, da sind Hopfen und Malz wohl einfach verloren.

Äußerst beschissen lief dann das Auswärtsspiel am vergangenen Freitag in Fulda, wo der KSV nach vielen Monden mal wieder eine Niederlage einstecken musste. 6:2 war echt herb, ein Abend zum Vergessen, und das ausgerechnet bei den Möchtegern-Aufstiegsaspiranten aus der Barockstadt. Wenn Alzenau nicht nochmal ausrutscht, wird es nun doch nichts mit der Relegation und die Fußballsaison geht auf sämtlichen Ebenen ziemlich in die Hose.

Zeit sich auch mal um andere Kulturgüter zu kümmern. Von Fulda aus ist man schnell in Würzburg, und so konnte ich trotz Abendspiel noch ein Konzert besuchen. Kurz vor 10 im Immerhin waren Thronehammer schon ganz bei der Sache, der kleine Club ziemlich voll, so dass mir erstmal verborgen blieb, was auf der Bühne los war, ich konnte nur hören. Ziemlicher wuchtiger Scheiß, dieser "Epic Sludge", Druck war auf jeden Fall da. Irgendwann konnte ich im Schummerlicht auch mal einen Blick auf Kat G. und ihre Mannen werfen, die ein recht schräges Bild abgaben. Mit ihrem namensgebenden Song hatten sie zum Schluss auch noch einen Hit in petto, das Volk schien einigermaßen angefixt zu sein. Bei Lord Vicar wurde es anschließend erstaunlicherweise nicht mehr ganz so voll. Was sich aber bald als angemessen herausstellte, da besonders Chritus schon mal besser in Form war. Jede Menge neue Songs wurden performt, die Texte musste er von Blättern ablesen, mit denen er permanent zu tun hatte, damit sie auch richtig lagen. Leider klang es dann über weite Strecken auch nicht sehr überzeugend. Zum Glück kam am Ende mit "Funeral Pyre" aber noch ein großer Gänsehautmoment, der für fast alles Vorherige entschädigen konnte. Hoffen wir mal, dass sich im Verlauf der Tour noch mächtig gesteigert wird.

19.04.19

Das Kreispokalfinale fand gestern unter wesentlich vielversprechenderen Bedingungen als im Vorjahr statt, als es ja mehr ein laues Trainingsspielchen nach Ende der Saison wurde. Nun in Friedewald am sonnigen Gründonnerstag strömten wohl über 300 Besucher ins nette kleine Stadion, die Getränkeversorgung war bestens organisiert, und mit Gerrit, Rita und Hank hatte sich eine exquisite Expertenrunde eingefunden. Die im Vorfeld medial geschürte Erwartungshaltung erlitt beim Blick aufs Geläuf einen ersten Dämpfer: Der grüne Rasen wirkte alles andere als eben und gut gepflegt. Und so sah man das Spielgerät bereits bei den ersten Aktionen höchst unberechenbar seine Bahnen ziehen.  Was sicher ein Grund dafür war, dass sich kein allzu filigraner Kick entwickeln konnte. Trotzdem hätte ich von der favorisierten SGF zumindest so ein bisschen spielerische Dominanz erwartet mit einem gewissen Konzept. Stattdessen bekam man uninspiriertes Ballgeschiebe ohne nennenswerte Aktionen zu sehen, nicht mal ein paar stramme Fernschüsse mit dem heftigen Ostwind waren drin. Der heimische Kreisligist machte seine Sache recht gut, wurde aber auch kaum mal gefährlich. In der zweiten Halbzeit setzte sich das Trauerspiel nahtlos fort, einzig das leckere Weizen verschaffte ein wenig Linderung. Als nach 90 torlosen, tristen Minuten die Verlängerung drohte, waren Rita und ich bei weitem nicht die einzigen, die fluchtartig das Gelände verließen. Bis auf Weiteres werde ich meiner geschundenen Hessenseele keine Auftritte der blau-gelben Truppe mehr zumuten. Vielleicht hab ich mich ja bis zum Beginn der nächsten Kreisoberliga-Saison im dann ertüchtigten Oberaustadion wieder halbwegs erholt.

Ob beim FC St. Pauli die Saison versöhnlich zu Ende gebracht wird, bleibt abzuwarten, der neue Trainer kam jedenfalls wie (Luhu)Kai aus der Kiste. Immerhin schaffte er es, die Kiezkicker nach verkorkstem Beginn beim Pausentee aufzurütteln, so dass gegen den DSC ein verdienter Punkt drin war und die Fans wieder mitgenommen werden konnten. Ich bin jetzt mal verhalten optimistisch.

Völlig astrein verlief das Vorprogramm zum Millerntorbesuch. Mit Taina schaute ich mir im Indra die wiederbelebten Zodiac an, die einen formidablen Gig ablieferten. Die Setlist stimmte, der Sound war bestens eingepegelt und der Club als solcher atmosphärisch wertvoll. Die Band hat nach wie vor Potenzial zu Größerem angesichts hochklassigen Songmaterials und toller Ausstrahlung. Mit einem natural born rockstar wie Nick van Delft an der Front muss eigentlich in absehbarer Zeit ein größeres Publikum erreicht werden. Obwohl selbiges an diesem Abend eigentlich perfekt zusammengestellt war. Fast nur Sympathieträger hatten sich in geselliger Runde versammelt inklusive dem einen oder anderen Sonderling wie z.B. dem Typen, der mittendrin vor der Bühne erscheint, um fortan die Gitarrenläufe mittels übelst verzerrter Visage zu durchleben. Ein anderer Freak namens Marco begleitete uns anschließend noch in den Kaiserkeller nebenan zum "Millenium Rock", wo die Mucke angesichts seines steten Redeflusses zur Nebensache wurde. Trotzdem hätte ich wohl zum ersten Mal die Tanzfläche gestürmt, wenn DJ Fuchs sich getraut und meinen Wunsch nach Sentenced erfüllt hätte.

Saint Vitus im Headcrash sollen ebenfalls ganz cool gewesen sein, wenn auch das Konzert recht kurz und äußerst früh zu Ende war, wie Lenze und Thomas zu berichten wussten...

31.03.19

Was kann man bei frühlingshaft sonnigem Wetter besseres unternehmen als Wanderungen durch Feld und Flur? Ich wundere mich nur, dass ich bei solch stundenlangen Streifzügen kaum einer Menschenseele begegne. Was aber auch okay ist, dann stört wenigstens niemand. Ende Februar wurde es ja bereits mal ziemlich warm, als ich mittwochs einen Ausflug nach Eschwege startete. Obwohl die Stadt nicht weit entfernt liegt, kenne ich sie eigentlich kaum, dabei ist es echt schön dort. Der Premiumweg P3 führte mich dann in weitem Bogen u.a. zum verhinderten Vulkanschlot Blaue Kuppe und auf die Leuchtberge. Der Bismarckturm war leider verschlossen, deswegen konnte ich die Aussicht auf den Werratalsee erst beim Abstieg genießen. Mit den letzten Sonnenstrahlen bekam ich noch die nötige Erfrischung beim zum Glück geöffneten Felsenkeller.

Noch etwas imposanter gestaltete sich neulich die Verwanderung auf dem P16 in der Eichsfelder Schweiz. Im hübsch verpennten Asbach ging es los auf verschlungenen Pfaden bis zur heimeligen Ruine Altenstein, wo man gut in der Sonne rasten konnte. Anschließend jagte eine imposante Aussicht die nächste, ständig wandelte man an steilen Felsabhängen entlang, dass es dem nicht mehr ganz schwindelfreien Gesellen beinahe mulmig wurde. Auffallend auch der bemerkenswerte Eibenbestand, was man selten mal so sieht in den hiesigen Wäldern. Zuguterletzt genoss ich schließlich noch ein wenig Kuratmosphäre in Bad Sooden - Allendorf inkl. Weizen an der Werra und Speisung im Thai Siam. Ein perfekter Urlaubstag.

Keinen Urlaub brauchte ich gestern, um einen Ausflug nach Rotenburg zu unternehmen. Ausnahmsweise kehrte ich bereits zu Beginn in der Biermanufaktur im Schlosspark ein, denn die Verkostung des dort gebrauten Obergärigen war schließlich auch mein Hauptansinnen gewesen. Zwei Halbe lang genoss ich die Atmosphäre, beobachtete meine auch anwesende erste Grundschullehrerin und vernahm am Nebentisch Telefonate über Schrankschlampen & Co. Dass mein anschließender Rundgang nicht mehr ganz so weitläufig ausfallen würde, war eigentlich klar. Immerhin erreichte ich noch Braach und Lispenhausen, so dass auch dieser ein netter Frischlufttag wurde.

24.03.19

Das Hamburger Derby... Muss ich es überhaupt noch erwähnen? Fast ist es schon verdrängt, aber es bleibt ja trotzdem eine gewisse Leere zurück, die sich wohl nicht so leicht wieder ausfüllen lässt. Sportlich lief es erst unglücklich, dann ziemlich enttäuschend. Keine einzige Gelbe Karte und eine sehr magere Laufleistung sagen statistisch schon eine ganze Menge. Das Geschehen auf den Rängen stellte sich aber noch ernüchternder dar, was nicht nur an der Alkoholfreiheit der ausgeschenkten Getränke gelegen hat. Womöglich wäre ordentlich Stimmung aufgekommen, hätte St. Pauli zur rechten Zeit mal eingenetzt. So blieb es insgesamt ziemlich mau, was sich ja auch schon seit längerem beobachten lässt. Wenn ich als alter, lahmer Sack schon zu den drei lebhaftesten von 10 Leuten im Umfeld gehöre, kann kein Roar aufkommen. Was ein paar Dutzend Kanaillen auf der Südkurve abgezogen haben, war allerdings richtig daneben. Tonnenweise Pyros, das Spiel fast zum Abbruch gebracht, die eigenen Leute verärgert und hsv-"Trophäen" präsentiert. Armselige Deppenkacke, braucht kein Mensch im Stadion, die sollten sich schnell verpissen und erstmal an sich arbeiten. Nun ist also mal richtig Scheißstimmung auf dem Kiez, das erneute Debakel in Sandhausen war jetzt auch nicht gerade förderlich. Mal sehen, ob die Saison noch irgendwie zu retten ist, momentan verspüre ich eine gewisse Zermürbung. Zumindest der KSV gibt der geschundenen Fußballseele derweil einige Streicheleinheiten, und vielleicht schafft das demnächst ja auch die große SG Festspielstadt beim Kampf gegen die Fuldaer Übermacht.

Durchweg erfreulich verlief das FullMetal Osthessen - Wochenende. Besuch aus Marsberg stellte sich ein, und so war rund um die Uhr für graues Amusement gesorgt. Hank nahm uns am Freitag netterweise mit, so dass nach Christianes Zustieg schon mal eine Karre mit reiferen Semestern zum Abend mit den heftigeren Bands anrollte. Andere waren offensichtlich ähnlich motiviert, denn man traf echt überraschend viele vertraute Visagen, etliche auch mit überregionalem Charakter. So war denn die gute Unterhaltung unabhängig vom Geschehen auf der Bühne garantiert. Musikalisch gestaltete sich das Programm recht gediegen mit Thrash und Death vom Fass, da waren weder Ausfälle noch grandiose Highlights zu vermelden. Mit Poltergeist gab's immerhin einen amtlichen Headliner, der die beim einen oder anderen aufkommende Müdigkeit temporär vertreiben konnte.

Der Samstag hielt dann ein vollgepacktes Tagesprogramm bereit. Das Frühstück ging nahtlos in eben jenen -schoppen über, zu Mohrs Überraschung mit Zoigl, dazu schmeichelten wir unseren Lauschern mit dem einen oder anderen Klassiker. Mittags hofften wir auf brauchbaren Sport aus Sandhausen, brachen diesen Versuch zur Halbzeit aber unverrichteter Dinge lieber ab und widmeten uns wieder den schönen Künsten. Bald fuhren wir mit dem Linienbus nach Asbach, um wenigstens dort ansehnlichen Fußball zu bekommen, was aber schon aufgrund der äußeren Umstände ein schwieriges Unterfangen war, der heftige Wind verblies nämlich einen Großteil der Spielzüge. Blöderweise setzte sich der Spitzenreiter am Ende auch deutlich durch, was uns frühzeitig in die Vereinspinte zum Aufwärmen flüchten ließ. Schließlich zogen wir drei Dörfer weiter nach Niederjossa, wo uns zunächst Alltheniko ganz gut reinliefen. Danach suchten wir den Schwan auf, um wenigstens für ein bisschen Umsatz dort zu sorgen, viele Gäste waren am frühen Abend nämlich nicht gerade anwesend. Nach ca. zwei Bierchen mussten wir auch schon wieder die Straßenseite wechseln, denn zu Ritual wollten wir natürlich anwesend sein. Sicher war's der Höhepunkt des zweiten Festivaltags, die US-Band mit dem einen nennenswerten Album aus den 90ern konnte eine gewisse Begeisterung entfachen. Danach waren wir auch schon ziemlich durch und ergriffen die Gelegenheit eines Shuttles zurück in die Kreisstadt, wo wir im Keller vor der baldigen Nachtruhe eben schnell die Nierchen mittels Wacholderdestillat spülten, man braucht die Organe ja noch öfter.

09.03.19

"Meine Vorfrühlingswochentagsabende in der Goldgrube" oder so ähnlich könnte die Episode gerade heißen. Ist ja auch schön dort abgesehen von der rauchverseuchten Luft, zumal wenn tolle Bands spielen. Am Rosenmontag war es erneut der Fall, und vor allem Sanhedrin machten sogar Mohr ausreichend wuschig, dass selbst er sich aufgerafft hatte. Für schlappe 14,50 € standen drei Combos auf dem Zettel, wobei Futureshock nicht über die Rolle des sich glücklich schätzenden local supports hinaus kamen, womit sie aber anscheinend einige Bekannte recht froh machen konnten.

Ganz andere Klasse fuhren dann Gatekeeper auf, bei denen natürlich Frontmime Jean-Pierre Abboud mit großartiger Stimme nebst ausladender Gesichtsakrobatik besonders hervorstach. Die Band als Ganzes überzeugte ebenso, man musste das Material gar nicht groß kennen, so schön eingängig ging es zu. Omens "Death Rider" überzeugte etwaige Zweifler, klasse Show!

Danach also Sanhedrin, deren Debüt mein wohl meistgehörtes Album 2018 war. Wie erhofft stellte das Brooklyn-Trio auch live eine Offenbarung dar. Alle drei Bandmitglieder erwiesen sich als übelst gut in ihrem Metier, und dann haben sie auch noch absolut geile Songs am Start. Da dürfte fast mehr Potenzial vorhanden sein als bei den eh schon großartigen Castle. Die NWOFBFPTHM (=New Wave Of Femal Bassist Fronted Power Trio Heavy Metal) ist im Anrollen! Ein erneut völlig gelungener Konzertabend war den Schlafmangel am folgenden Arbeitstag locker wert, ich würde es wieder tun.

24.02.19

Das Konzertjahr wäre nun auch eröffnet mit zwei wirklich fluffigen Clubveranstaltungen. Zuerst zog es mich freitags nach Mannheim, wo ich mit Taina für Velvet Viper plus Mayfair verabredet war. Die mir eher unbekannte Stadt verbarg ihre hübschen Ecken im Vorfrühling weitgehend. Auf der Fahrt zum Hotel im Rotlichtviertel passierte ich nur hässliche Vorstädte und kasernenartige Wohnblocks, während Neckarstadt mit zwielichtigen Gestalten und dubiosen Kaschemmen in engen Straßen glänzte. Immerhin war es aber nicht weit zu einem Lichtblick, denn das Café Rost war urgemütlich und hatte lecker Speis und Trank parat, so dass wir uns bestens für den Abend stärken konnten.

Die Gegend um den Konzertort passte aber wiederum ins siffige Gesamtbild, ein ziemlich runtergekommenes Gewerbegebiet. Zum Glück stellte sich der 7er Club aber als echt nette Location heraus, wo das Ambiente prima zu den coolen Bands passte. Recht zahlreiches Kennerpublikum war auch vorhanden, so dass sich ein feiner Abend entwickelte. Zunächst durften die bestens gelaunten Mayfair ran, die wieder einige neue Stücke am Start hatten, welche mir diesmal deutlich besser reinliefen als beim ersten Hören vor einigen Monaten. Was sicher auch damit zu tun hatte, dass Marios Frontperformanz diesmal deutlich extrovertierter ausfiel und das Publikum somit gut abgeholt wurde. Überhaupt trafen die Ösis mit ihrer Avantgarde auf erstaunlich offene Ohren, denen nicht nur ältere Klassiker wie "Madame Pest" und "Avanced In Years" schmeichelten. Band und Zuhörer hatten also ordentlich Spaß, es war Leben im Club. Das auch während Teil 2 der Aufführung weiter tobte. Die immer noch quietschfidele Jutta Weinhold hatte eine wiederum geschmeidig funktionierende Truppe an den Start gebracht, die sich hauptsächlich auf das erstaunlich starke neue Material konzentrierte. Mit "Law Of Rock" ging's los, und das Gesetz wurde anschließend natürlich strengstens befolgt, man war ja nicht bei Priest. Es war wie immer eine Freude, der Grande Dame bei flüssiger Weizengoutierung zu lauschen. Da scheint auch noch kein Ende in Sicht, ein weiteres Album ist bereits in der Mache. Das bestens bespaßte Auditorium nahm es mit Vorfreude zur Kenntnis. Auch Markus "GPS", den wir schließlich vor der ruchvollsten Straße der Stadt in die Nacht verabschiedeten.

Fünf Tage später hatte ich tatsächlich mal kein Problem, mich unter der Woche zu einer Fahrt nach Kassel aufzuraffen. In der Goldgrube war Heavy Metal angesagt, ganz ohne Firlefanz. Screamer machten den Anfang und glänzten mit äußerst eingängigem Liedgut. Ein paar twin guitars hier und da, offensichtliche Spielfreude und stets perlende Gesangsmelodien sorgten für einen sehr gelungenen Auftritt vor gut gefülltem Hause. Da konnten Ram nicht so ganz mithalten, zu malocherhaft wirkte ihre Darbietung im direkten Vergleich. Trotzdem war's beileibe kein Müll, den die Schweden im ca. 20. Jahr ihres Bestehens zum Besten gaben, und mit "Gulag" hatten sie ja immerhin auch einen formidablen Ohrwurm am Start. Durchgehend echte Sonderklasse hatten schließlich aber Satan zu bieten. Nach ein, zwei Songs zum Warmwerden waren die alten Recken sichtlich in ihrem Element. Der mittlerweile 65-jährige Brian Ross singt noch immer den Großteil der nachkommenden Generation an die Wand, während er nebenbei ein natural born entertainer ist. Der Mann braucht seine Ansagen nicht einzustudieren, spontanes Rumphilosophieren kommt von selbst. Aber auch den Instrumentalisten zuzuschauen weitet einem das schwache Herz. Russ Tippins sieht immer noch aus wie 35, topfit, spielt bei Bedarf auch mal Klampfe hinterm Rücken, Sean Taylor trommelt auch bei dauerndem Up-tempo cool wie Oskar, während Steve Ramsey sich eines Jungspunds gleich gut eineinhalb Stunden lang an der Klampfe völlig verausgabt. Zumindest wäre unsereins total im Arsch nach solcher Energieleistung. Und sowas bringen die seit Jahrzehnten aktiven älteren Herren in einem kleinen, verrauchten Club. Offensichtlich haben sie Spaß. Wie auch das Publikum, denn wie sollte es anders sein, wenn auch noch ein prächtiger Song den nächsten jagt? Gegen halb eins erst krochen wir nach einem amtlichen Konzertabend zurück an die Oberfläche. Zu suspekt für die Staatsmacht, die bei Überprüfung meiner Fahrtüchtigkeit ein 0,0 serviert bekam. Warum gibt's für sowas eigentlich keine hübsche Plakette an die Windschutzscheibe?

13.02.19

Hatte ich mir genau so vorgestellt, als ich Norman das Ticket fürs Spiel seiner Kölner gegen St. Pauli habe zukommen lassen: In der Topbegegnung Dritter gegen Zweiter dominierten seine Geißböcke weitgehend und siegten ziemlich ungefährdet mit 4:1. Damit nichts schiefgeht, machte auch das Gespann mit und ließ den Abseitstreffer zum 1:0 gnädigerweise gelten. Im weiteren Verlauf präsentierte sich gerade die braun-weiße Defensive aber einfach zu indisponiert, als dass es ernsthaft hätte spannend werden können. Was soll's, bei manchen Paarungen kann man sich auf den üblichen Ausgang so ziemlich verlassen. Zum Glück hielten sich die anschließenden Feierlichkeiten in Grenzen. Eigentlich kehrten wir nach einem asiatischen Häppchen lediglich in Papa Joe's Klimperkasten ein, wo ich nachmittags bereits zwei bis drei Kölsch verhaftet hatte. Norman musste natürlich mal Cocktail-Joe, einen Mixautomaten, ausprobieren, während uns die Pneuphoniker mit diversem Liedgut unterhielten. Angeblich handelte es sich um leblose Puppen, die mithilfe ausgefeilter Technik auf Knopfdruck diverse Gassenhauer mittels Schifferklavier und Tuba zum Besten gaben. Aber von King Diamond weiß man ja, wie sowas abläuft. Wehrlose Karnevalsverweigerer werden im Hinterstübchen zur Ader gelassen, um mit dem stets vorrätigen Frischblut die vermeintlich harmlosen Marionetten auf Trab zu halten. Zum Glück schafften wir den Absprung, bevor wir angezapft werden konnten und flüchteten beizeiten in unsere Kiezabsteige.

Am folgenden Samstag machte ich noch auf eigene Faust Touri-Programm, schließlich war ich lang nicht mehr auf Reisen gewesen. Da das Wetter mitspielte, spazierte ich erstmal ausgiebig kreuz und quer durch die Altstadt und am Rhein entlang. Zufällig trieb es mich zur passenden Zeit recht weit in den Süden, so dass sich ein Besuch im altehrwürdigen Südstadion anbot. Bei Fortuna gegen Zwickau sah es gar nicht mal arg nach Abstiegskampf aus, es bot sich ein recht ansehnliches Drittligaspiel, das die Heimelf nach langer Durststrecke verdientermaßen 1:0 gewinnen konnte. Atmosphärisch ging es ziemlich nett zu auf der Haupttribüne, es wurde kaum geschimpft und zumindest dezent supportet, während man im Gästeblock zerstörte sanitäre Anlagen zu beklagen hatte. Bliebe nur die Frage zu klären, warum das Stadionkölsch im Halbliter-Becher stabileren Schaum vorweisen konnte als jenes in der 0,2er-Stange am Kneipentresen.

Die Verlustierung am Abend sollte sich standesgemäß gestalten, denn im Programmkino um die Ecke lief "Asi mit Niwoh – Die Jürgen Zeltinger Geschichte". Unterhaltsamer und kölscher hätte es wohl nicht werden können, der ziemlich volle Saal amüsierte sich bestens. Anschließend stolperte ich noch in eine der Eigelsteiner Pinten, zischte ein paar Stangen Obergäriges und spendierte der hauseigenen Animierdame einen sündhaft teuren Piccolo, bevor ich wieder unvernünftig früh zu Bett ging. So war ich dann aber am Sonntagmorgen zeitig fit und konnte noch eine Runde durch den fast menschenleeren Dom drehen. Die Kopfbedeckung soll man drin ja abnehmen, im Karnevalskostüm darf man unter Umständen aber rein, seltsame Sitten.

30.01.19

Eine Ausgehaktion, die Hoffnung machte am vergangenen Samstag: Erstmal waren wir ohne großes Hin und Her gleich zu viert, nachdem Christiane und René zu Rita und mir dazugestoßen waren. Wann schafft man es schon noch, so zahlreich abends mal so eben loszugehen? Und dann wirkte unser Städtchen plötzlich, als wäre die Kneipenszene noch recht intakt. Bei Pano mussten wir wieder kehrtmachen, weil sämtliche Tische belegt waren. Im Drunkards hatten wir mehr Glück, obwohl es auch dort gut besucht war. In dem Pub ließ es sich erneut lässig aushalten, die Mucke bewegte sich auf beachtlich rockigem Niveau, und auf der neuen Speisekarte entdeckten wir sogar einen veganen Flammkuchen, der dann wohl bald mal fällig ist.

Anschließend schafften wir es zum ersten Mal in den "neueröffneten" Keller. Der obige Eingang war zwar noch verschlossen, aber innen sah es schon etwas anders als gewohnt aus. Mehr Raum als vorher und teilweise veränderte Einrichtung, wenn auch noch eindeutig erkennbar und nicht zu arg umgemodelt. Aber diese sanitären Anlagen, edler als im Stern! Zumindest für den Moment, lang wird es sicher nicht so stylish bleiben. Kaum vermeidbar war es, sich längere Zeit am Kickertisch festzuhalten, später auch an dem einen oder anderen Mixgetränk. Eine runde Sache. Zumal ja beim Umbau anscheinend auch an sowas wie eine Belüftung gedacht wurde, denn das Atmen fiel relativ leicht. Wenn dann im Sommer schon nachmittags der Schanigarten bewirtet wird, muss ich womöglich doch wieder öfter hin.

17.01.19

Letzten Freitag war die Bude recht voll beim Bücherbasar, gleich sechs neue Exemplare verschiedenster Ausführung konnte ich dabei einsacken. Das knappe Dutzend Besucher blieb gleich noch etwas länger, um die feilgebotenen Getränke zu goutieren. Werni lief erwartungsgemäß am besten, aber auch das von Herrn H. kredenzte Guinness mit Portwein fand guten Anklang. Fremde, seltsame Bierwelt: Das irische Gebräu zapft sich aus der Dose kommend dank inkludierter Kartusche quasi selbst. Da denkst du im angesäuselten Zustand auch erstmal, du sitzt irgendwelchen Visionen auf. Ist aber tasächlich so. Genauso wie Accept ne reine Heavy-Metal-Band sind, da besteht ja wohl kein Zweifel. Als jemand von Hardrock sprach, stand er wohl unter erhöhtem Stickstoff-Einfluss.

Familie Keck blieb dann noch einen Tag länger vor Ort, wo sie schon mal komplett am Start war. Nach dem erst mittäglichen Aufstehen und Spätstück im Café harmony blieb jedoch nicht mehr viel Zeit für Programm, so dass außer einem kleinen Stadtspaziergang nebst Heilwasserverköstigung im Kurhaus nur noch gemütliches Beisammensein in den vier Wänden angesagt war. Was sich aber äußerst nett gestaltete mit Gesellschaftsspielen, Getränken und Neuem vom Tatortreiniger. Ein sehr rundes Wochenende mit den besten Gästen.

01.01.19

Silvester wird zusehends zum Nichtevent, das blödsinnige Geballer nervt ja eh schon lang. Da es aber nichts bringt, vor Mitternacht pennen zu gehen, entpuppte sich gestern Ijon Tichy als ultimativer Singleabend-Begleiter zum Jahreswechsel. Die analoge Halluzinelle wird mal eben eigenhändig erschaffen, und schon kann die ungestörte Sternenreise beginnen. Am gerüchteten Alkoholproblem müsste man noch arbeiten, aber das Ritual wurde ja auch gerade erst entwickelt. Kurz nach 12 dann ab in duseltronische Schlafbettmaschinegerät, perfekt.

Ziemlich perfekt begann auch der Urlaub zum Kalenderwechsel. Am letzten Arbeitstag reiste Schwester Taina an, so dass wir abends in erweiterter Runde Glühtrank und Italospeisen in der Kreisstadt genossen. Samstags schleifte ich sie nach kurzem Shopping am Mittag ins Insider, damit sie mal sehen konnte, was ich zwecks Fußball Schauen immer so mitmache. Dabei erwischten wir zumindest ein siegreiches Spiel, der Pilsnachschub lief flüssig und bequem gesessen hat der weitgereiste Gast anscheinend auch. Später am Tag erlebten wir nach Abstecher zu Saschas Familie dann Old Mother Hell beim Masters Of Cassel. Abgesehen vom längere Zeit vermissten Gitarrensound wurde es wieder ein prima Auftritt, bei dem ein paar neue Fans gewonnen worden sein müssten. Traitor thrashten auch ganz gut drauflos, vom sonstigen Programm bekam ich nicht sehr viel mit. Auf jeden Fall wirkte die Veranstaltung im Fiasko ganz gut aufgehoben. Nach dem durchgehend geschmeidig verlaufenen Besuchsprogramm und Sonntagsfrühstück im Café Hahn, verabschiedete sich unsere Hanseatin wieder Richtung familiäre Weihnacht.

Am zweiten Feiertag traf mighty Gonzman in Hersfeld ein, um bei Lars Kurzurlaub zu verbringen. Ich aktivierte noch Mohr, so dass wir Vier von Jenny in die Alte Piesel kutschiert wurden, wo natürlich wieder 667 Maiden huldigten. Das war prinzipiell gut und voll wie immer, nur als special guest hatte man diesmal einen Lemmy-Verschnitt zu bieten. Er sah zumindest authentisch aus, klang auch ganz okay. In der bestens geheizten Bude mussten wir ausreichend Flüssigkeit aufnehmen, was uns bis spät in die Nacht gelang. Einige waren am Ende noch fit genug für Kurbelsport, Mohr und ich eher froh, irgendwann heil in den Betten gelandet zu sein.

Palaver 2018

Altpalaver Übersicht

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Couchfluchtoptionen

  • 07.12. Riddle of Steel III, Marburg
  • 14.12. Live-Mucke, Keller / Juze
  • 20.12. Fvneral Fvkk, Astra Stube
  • 21.12. FCSP vs. DSC Arminia
  • 26.12. Masters of Cassel
  • 29.12. HZ-Cup

Ohralbegehr

  • Avatarium: "The Fire I Long For"
  • Angel Witch: "Angel Of Light"
  • Capilla Ardiente: "The Siege"
  • Broken Resistance: "New World"
  • Orodruin: "Ruins Of Eternity"

 

 

 

 

"Ist der Mensch nicht ein komisches Tier? Er tötet Millionen wild lebender Tiere und tut gleichzeitig alles, damit es seinen Haustieren gut geht. Er bringt Milliarden von Nutztieren um und isst sie. Das wiederum bringt Millionen von Menschen um, weil der Verzehr all dieser Tiere zu degenerativen - und letztlich tödlichen - Krankheiten wie Herzleiden, Nierenleiden und Krebs führt. Daher quält und tötet der Mensch Millionen weiterer Tiere, um diese Erkrankungen heilen zu können. Anderswo auf der Welt sterben Millionen von Menschen an Hunger und Unterernährung, weil die Nahrung, die sie ernähren könnte, dafür verwendet wird, Nutztiere zu füttern. Und währenddessen sterben manche Leute an zynischem Gelächter angesichts dieser absurden Menschheit, die dermaßen unbekümmert und brutal tötet, um dann einmal im Jahr Karten zu verschicken und um „Frieden auf Erden“ zu bitten."
(Vorwort aus "Old MacDonald’s Factory Farm" von C. David Coats)

"Die Weltlandwirtschaft könnte ohne Probleme 12 Milliarden Menschen ernähren. Das heißt, ein Kind, das heute an Hunger stirbt, wird ermordet."
(Jean Ziegler, UN-Sonderberichterstatter)

"Jagd ist nur eine feige Umschreibung für besonders feigen Mord am chancenlosen Mitgeschöpf. Die Jagd ist eine Nebenform menschlicher Geisteskrankheit."
(Theodor Heuss, erster Bundespräsident der BRD)

"Ich habe meine gesamte Jugend buchstäblich in Kotze, Scheiße, Urin, Kakerlaken, Bandwürmern und sterbenden, verwesenden Katzen verbracht. Auch das Essen wurde in entsprechender Art zubereitet."
(Tom Gabriel Warrior, TRIPTYKON)

"Man kann einzelne Menschen lieben, aber die menschliche Rasse im Ganzen ist das Allerletzte. Sie ist durch und durch verkommen."
(Lemmy Kilmister)

"Life is not the opposite of death. Death is the opposite of birth, life is eternal."
(Stan Ambrose in ANATHEMAs "Presence")

"It's just so beautiful. It was eternity, it's like I was always there, and I will always be there, that my existence on earth was just a very brief instant. I could say that I was peace, I was love, I was the brightness; it was part of me."
(Joe Geraci 1981, wie in ANATHEMAs "Internal Landscapes")

"Menschen schlagen die Zeit tot, bis sie sich revanchiert"
(Stanislaw Jerzy Lec)

"Die Welt ist ein Gefüge verschwindend kleiner Zuckungen"
(Willard Van Orman Quine)

"My name is Mohr, any questions!!?"
(Der Graue aus Marsberg auf internationaler Vorstellungsrunde)

"Nie wieder Einbecker Urbock, da tun einem die Klicker weh."
(Gero Hase beim morgendlichen Erwachen nach einem im Bockbierrausch jäh gescheiterten Anbaggerversuch)

"Die Ehe ist der Versuch, zu zweit mit den Problemen fertig zu werden, die man alleine nie gehabt hätte."
(Woody Allen)

"Alle haben gedacht, ich sei tot. Ich selbst auch."
(Tom Angelrippers Gedankenwelt nach krassem Bühnensturz)

"Mein Kopf ist nicht Ihr Tanzplatz!"
(Helga K. beim Privat-Brainstorming im Kreise der Arbeitskollegen)

"They probably had shit running down their legs, but you couldn't see it under the marvellous gowns!"
(Ronnie James Dio über romantische Aspekte des Mittelalters)

"Abseits is', wenn dat lange Arschloch zoo spät abspielt."
(Hennes Weisweiler über Günter Netzer)

"Es war ein wunderschöner Augenblick, als der Bundestrainer sagte: <Komm Steffen, zieh deine Sachen aus, jetzt geht's los.>"
(Steffen Freund, ehemaliger Nationalspieler)

"Man darf ein Album erst frühestens 15 Jahre nach der Veröffentlichung beurteilen. Alle, die wir über Musik schreiben, tun das ja nur aus einem sozialen Reflex heraus. Wären wir cool, würden wir 20 jahre lang die Fresse halten."
(Fenriz hat mal wieder recht)

"Ich komme aus der Gosse, da wird man entweder Zuhälter oder Fußballprofi."
(Deniz Naki)

"Wenn ich das sehe, wie die Paulianer hier in unserem Stadion feiern, dann könnte ich kotzen."
(hsv-Sportchef Bastian Reinhardt, 16.2.2011)

"Ein Fußballer sollte gelernt haben, seinen Ärger zu bezähmen, seinen Mitmenschen gegenüber umsichtig sein, sich keinen unlauteren Vorteil verschaffen, bereits den Anschein von Betrügerei als unehrenhaft betrachten und im Fall einer Niederlage heitere Gelassenheit zeigen."
(N. Lane Jackson, Gründungsvater des Corinthian FC)