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Hammer of Doom II (2009)

10.11.17

Judith invictus! Ich hoffte so sehr, dies hier anmerken zu können, und nun sieht es wirklich richtig gut aus bei der kleinen kecken Lady. Trotz wochenlangen Krankenhausaufenthalts geht sie sogar schon wieder zur Schule. Womöglich dauert es auch nicht mehr allzu lang, bis sie so selbstständig wie vor dem Schicksalsschlag und fitter denn je durch die Welt hüpft. Gepriesen seien die superfürsorglichen Eltern, die kompetenten Mediziner und all die zahlreichen sonstigen Supporter!

Was passierte derweil so nebenbei? Lolls wurde gefeiert, beinahe unvermeidlich. Wobei das Wetter anfangs einfach zu sommerlich war, um in die richtige Stimmung zu kommen, und außerdem schlugen dabei die Getränke enorm an. Wie sonst ist es zu erklären, dass Herr H. vom E. sonntags zwar Helm und Schloss  mit nach Hause brachte, das Fahrrad aber spurlos verschwunden war? Oder dass ich am Montag bereits am hellen Nachmittag im Bette lag? Mit den kühleren Temperaturen stellte sich zum Wochenende glücklicherweise die passendere Verfassung ein, so dass ich es tatsächlich mal schaffte, an beiden Abenden halbwegs ausschweifend unterwegs zu sein, inkl. Karussell Fahren und Kellerbesuch. Besagter Herr H. präsentierte die Mischung der Stunde, Jacky-Sprite, sehr belebend!

Letztens schaffte ich tatsächlich drei Konzerte innerhalb von sechs Tagen, ohne dass es mich sonderlich geschlaucht hätte. Ein Midlife-Höhenflug? Okay, nach dem Anathema-Gig hatte ich montags frei, danach Feiertag, es ließ sich also entspannt an. Die Batschkapp war richtig gut gefüllt, es könnte eine vierstellige Besucherzahl gewesen sein, die sich zum andächtigen Lauschen eingefunden hatte. Viele kannten und schätzten wohl auch die für meinen Geschmack zu seichten Alcest, vom aufbrandenden Applaus nach den Songs her zu urteilen. Der Hauptact stieg nach Intro mit "Untouchable" gleich heftigst ein, mir wurde weinerlich. Anschließend nahm das Konzert allerdings einen für mich zwiespältigen Verlauf, nachdem ich den mit schlecht sitzendem Kopfhörer versehenen Danny gesichtet hatte. Gelinde gesagt machte er keinen sehr fitten Eindruck. Aufgedunsen, tapsig und leicht orientierungslos spielte er seine Parts, so dass ich mir echt Sorgen machte. Außerdem fragte ich mich kontinuierlich, welche Beiträge nun live dargeboten und welche gesampelt wurden, nicht nur bei ihm. Auf der anderen Seite stand eine vom Gesamtbild her recht imposante Darbietung mit einer Lee Douglas in Bestform. Wobei allerdings die zahlreichen "The Optimist"-Nummern live nicht allzu doll zündeten. Ein spezieller Abend war's allemal, zumal ich erstmals an der Mainkur nächtigte.

Noch spezieller wurde es drei Tage später in Arnstadt. Mein Bett bezog ich im Thüringer Kloß-Hotel, mangiare gab es in der Südtiroler Stubn. Gegen 20 Uhr taperte ich dann durch die hübsche, verpennte Stadt, um schließlich in der "Rockjungfer" einzulaufen. Die sanitären Anlagen wirkten wenig vertrauenserweckend, doch zum Ausgleich kümmerte der Wirt nebst Stammkundschaft sich gleich rührend um mich. Man schnackte, trank, die Musiker bekamen Sauerkraut, und ich fragte mich, wann mittwochs in der thüringischen Provinz die Konzertbesucher wohl so eintrudeln würden. Es kamen auch irgendwie keine - bis auf vier ebenso alte Säcke aus Zwickau. Könnte das schlechtbesuchteste Konzert meiner ganzen Laufbahn gewesen sein. Doch die ungarischen Mucker zogen ihr Ding durch, und gerade Magma Rise klangen in dem großen Wohnzimmer gewohnt fett. Hut ab vor solch wagemutigen Künstlern!

Freitags in Würzburg musste doch mehr los sein. War es auch, bestimmt viermal so viel. Drei recht angesagte deutsche Doom-Bands sollten am Wochenende aber eigentlich mehr Zuspruch bekommen. Wo sind in solchen Momenten nur all die Leute, die sonst die ganzen Festivals bevölkern? Nun ja, vielleicht müsste das Immerhin auch mal ein paar Wegweiser aufstellen, damit man den Club überhaupt findet. Und halbwegs zeitig beginnen. Denn was nützt die verkehrsgünstige Lage am Hauptbahnhof, wenn der letzte Ton erst um kurz vor 2 verklungen ist und alle Züge bereits abgefahren sind? Schön war's trotzdem. Naked Star eröffneten mit fast typischem WÜ-Sound (Seamount anyone?), während Lord Vigo immerhin nicht ganz so theatralisch dafür erdiger wirkten in dem überschaubaren Rahmen. Mirror of Deception zockten erwartungsgemäß jedoch einige Ligen höher, harmonischer kann Doom kaum klingen. Die neuen Stücke haben auffallend hohes Tempo, hoffentlich wird das Fußwippen nicht bald Schwerstarbeit.Vision 2018: MoD live mit B.S.T.

08.10.17

In den letzten Wochen hingen die dunklen Wolken recht tief wegen Sorgen ums liebe Patenkind. Nun heißt es weiter Daumen drücken, damit die weltbeste Judith bald wieder kerngesund in ihrem Atelier tätig werden kann.

Mit entsprend gemischter Stimmungslage fuhr ich zum Storm Crusher, wo man aber dank feinen Billings und nettem Scheunenambiente ganz gut abgelenkt wurde. Kaum dass Mohr und ich dort heimisch wurden, ist fürs nächste Jahr gleich eine Festivalpause verkündet. Hoffen wir mal auf anschließend neue Motivation beim Orga-Team, denn die Metalsause in der oberpfälzischen Pampa inkl. veganer Verpflegung hatte was. Die Zoigl-Verkostung müsste dann auch noch näher inspiziert werden.

Letztens gab es tatsächlich Live-Mucke im Kino. Die Ugly Earthlings machten Support für Sabbath selbst, auch wenn diese nur über die Leinwand flimmerten. Sehr coole Aktion vor handverlesenem Publikum.

08.09.17

Ist ja dann doch immer sehr plötzlich vorbei, der Sommer. Dabei wollte man sich sooo oft im Biergarten treffen und sonstwas alles mit der warmen Jahreszeit anfangen... Leider sind Freizeit und Energie überraschenderweise aber zu knapp bemessen, um all die schönen Vorhaben umzusetzen. Immerhin reichte es im August noch für einen Abstecher zum Rock in Schroth, einem sehr putzigen, kleinen Festival, das wohl zum bereits 19. Male stattfand. Lars und ich waren ja bereits einmal dort, und erneut war unser Bass-Gonzo Grund genug anzureisen. Zuerst half er bei Perzonal War aus, die mir erstaunlich gut gefielen, haben irgendwie doch eine Reihe guter Songs angehäuft inzwischen. Nach dem unvermeidlichen Odium-Auftritt (ging okay, die lokale Gefolgschaft war wieder recht begeistert) griff er erneut zum Langholz, um beim Jungfern-Auftritt des neuen Architects Of Chaoz - Sängers Titta Tani mitzuwirken. Dieser fügte sich stimmlich sehr gut ein ins Gefüge, hielt sich zunächst aber oft eher im Hintergrund auf. Was nicht weiter schlimm war, schließlich sind die Instrumentalisten eh dran gewöhnt, für Aktion auf der Bühne zu sorgen. Die "Experten" waren sich einig, dass in der Form mit AoC weiter zu rechnen ist. Ansonsten verdienten sich auch das ausgeschenkte Gebräu sowie die noch kurz vor Toreschluss frittierten Pommes Höchstnoten. Womit man mitten in der Pampa gar nicht rechnete, nämlich verschollen geglaubten Altgenossen über den Weg zu laufen, traf zu unserer Freude auch noch ein. Da stand plötzlich Obi rum, als würde er zum Inventar gehören, mit Bierchen in der Hand. Und tatsächlich war der Vogel zu Fuß angereist, Sachen gibt's. Da es so nahe lag, schauten wir nach unserer Zeltübernachtung anderntags noch bei ihm auf der Terrasse zum Frühschop... äh, Frühstück vorbei, klasse Aktion.

Die Woche drauf steuerte ich donnerstags Jenas hübsches Zentrum an, um das F-Haus zu besuchen. Macbeth zogen längst nicht so viele Leute an wie sonst im heimatlichen Erfurt, dienten ja aber auch lediglich als Anheizer. Die Rolle füllten sie formidabel aus, von der ersten Sekunde an gewitterte es herrlich aus der PA, dass es ohne Gehörschutz wohl kaum auszuhalten gewesen wäre. Die Dreiviertelstunde verging sehr zügig, so dass Crowbar bald zur Tat schreiten konnten. Die Truppe hatte ich ewig nicht gesehen, jüngst aber mal festgestellt, dass die alten Gassenhauer immer noch gut reinlaufen. So auch an diesem Abend mit bunt gemischter Setlist. Die letzten 20 Jahre schienen der Windstein-Truppe nicht viel angehabt zu haben, lediglich Sexy T wirkte etwas abgemagert. Ein feiner Konzertabend also, der allerdings mal wieder früh zu Ende war. Nach viel Bitten und Betteln rang sich der Hauptact mit Mühe und Not 60 Minuten Spielzeit brutto ab. Die Herren müssen sich ihre Kräfte anscheinend gut einteilen.

Weniger zurückhaltend agierten einen Tag später Disbelief im Marxx. Wobei ich allerdings kaum auf die Spielzeit achtete, weil es einfach zu gut war. Das sahen wohl auch die anderen Gäste so, denn es herrschte ausgelassene Stimmung. Ist mir ein Rätsel, wieso die Band nach all den Jahren und Alben bei der Qualität noch nicht höher hinausgekommen ist. Vielleicht sind sie ja ganz späte Spätzünder, ich würd's ihnen gönnen. Anschließend wurde noch mit Mexikaner beim Night Light angestoßen, und angekommen im Keckschen Hexenhaus erinnere ich mich vage an weiteres Absackgut. So war ich jedenfalls bestens präpariert, um am Samstag Vormittag meinen ersten Millerntor-Besuch der noch jungen Saison zu bewältigen. Heidenheim war der erwartete Kackgegener, was zu mies anzuschauender erster Häfte führte. Uns Olaf setzte aber die richtigen Hebel in Bewegung, so dass die braun-weiße Maschinerie nach der Pause in Gang kam, was schließlich zum perfekten Schlusspunkt sprich Siegtor durch Flumi in allerletzter Sekunde sorgte. Herrlich. In der ausgehenden Sommerfrische ließ es sich anschließend im Schatten des Doms entsprechend ausgelassen anstoßen. So lass ich es mir demnächst gern häufiger gefallen. Gefallen hat mir auch der anschließende Ausflug mit Taina nach Wedel an den Elbestrand. Alles recht schick dort, ohne schicki-micki zu sein. So konnten wir die letzten Weizen des Sommers entspannt genießen.

19.08.17

Erster Stadionbesuch in dieser Zweitligasaison, zum ersten Mal überhaupt am Darmstädter Böllenfalltor gewesen. Die Anreise klappte problemlos, die blaue Minna beschallte unsere Einflugschneise mit Thees Uhlmanns Gassenhauer, keine schlechte Deeskalationstaktik. Unsere Truppe legte nach Anpfiff gleich gut los mit Großchance, doch da deutete der Heimkeeper bereits an, dass er an diesem Tag kaum zu überwinden sein würde. Passend zum weiteren Spielverlauf regnete es sich ein, während wir auf der unüberdachten Tribüne zusehends wie die begossenen Pudel mit anschauen mussten, wie St. Pauli sich glücklos abmühte und Rektalhausen traf. 3:0, nix zu holen, abhaken.

Früher in der Woche brachte mich Dauerchaffeur Lars in den Genuss meines Geburtstagsgeschenks, dem Vortrag von Daniele Ganser im Salzunger Pressenwerk. Thema: "Illegale Kriege - Ein Blick hinter die Kulissen der Machtpolitik". Was ziemlich trocken klingt, wurde dann aber doch eine spannende und unterhaltsame Angelegenheit, die zwei Stunden vergingen wie im Flug. Dass der Herr Doktor interessante Sichtweisen auf bedeutende Themenkomplexe anbringt, wusste ich schon durch die Lektüre seines Erdöl-Buchs. Er ist aber auch ein sehr talentierter Redner, der nur mit Hilfe eines Beamers und einer gesunden Portion Humor die Saalbelegschaft langfristig fesseln konnte. Von den regelmäßig scheppernd umfallenden Vita-Cola-Flaschen ließ er sich nicht ansatzweise aus der Ruhe bringen. Erstaunlich auch dass sich beinahe 500 Leute zu diesem Anlass in der thüringischen Provinz einfanden. Hoffentlich trägt's dazu bei, dass u.a. das US-Imperium zunehmend kritisch hinterfragt wird.

04.08.17

"Unter Deck", das zweite Machtwerk der Hamburg-Doomer B.S.T., ist endlich haptisch, sprich als CD, erhältlich. Beim Headbangers Open Air hatten sie die frisch eingetroffenen Scheiben dabei, das musste selbstredend gefeiert werden. Unvermittelt wurde mir sogar die Ehre zuteil, als Unboxing-Luder zu fungieren, was Taina sogleich professionell ablichtete. Da machste was mit... Weil ihr ja alle geschmackssicher seid, werdet ihr euch das Album sicher zulegen wollen, was ihr am besten über die Band selbst, also deren bandcamp-Seite, erledigt:

https://bstdoom.bandcamp.com/

HOA 2017

26.07.17

Warum nicht mal was Ekliges zur Abwechslung? Ich guck mir sowas selbst eigentlich nicht mehr an, da die Zustände lang bekannt sind und mir schlecht davon wird. Aber für die Leute, die das alltägliche Elend in unseren Ställen immer schön verdrängen und lieber ihr Schnitzel genießen, mach ich hin und wieder mal ne Ausnahme. Wohl bekomm's.

 

01.07.17

Die psychotischste Woche des Jahres liegt nun auch schon wieder hinter mir, über die Konzerte wird wohl noch zu berichten sein. Ein bisschen Großstadturlaub hat die Aktion dann auch abgeworfen. In Frankfurt ist wohl am auffälligsten, dass man aus der Bahn steigt und sofort irgendwelchen kaputten Gestalten begegnet, siffige Tunnel gibt's dazu frei Haus. Passt aber irgendwie, dass die ganzen Finanzheinis mit menschlichem Elend konfrontiert werden. Essen liegt von der Einwohnerzahl her ja nicht weit entfernt, kommt aber viel gemäßigter rüber. Grandios der metallische Hotspot mit Turock und Nord, wo es auch noch lecker Pflanzliches zu spachteln gibt. Zeit für Touri-Programm war in beiden Städten aber leider nicht, nach Übernachtung ging es jeweils gleich zurück.

In Berlin hatte ich mehr Muße. Nach dem PW-Auftritt war Pennen auf der Spree angesagt, bzw. dem Hostel Boat. Bisschen beengt von der Kabine her, aber hatte was. Anschließend wechselte ich zum Ostel, ein bisschen DDR-Design genießen. An sich ganz hübsch dort, nur die separaten Nasszellen sorgten für ständiges Gerenne auf dem Gang, was bald etwas nervte. Ansonsten sind zwei Tage in der Hauptstadt schnell ausgefüllt, z.B. mit Abklappern einiger markanter Punkte wie dem Alexanderplatz, dem Nikolaiviertel und all den Ecken bis zum Brandenburger Tor. Schnell ist der Nachmittag verbummelt und man muss weiter nach Kreuzberg ins SO36. Zum Glück gibt's gleich nebenan im Charlie's veganen Linseneintopf und mehr, so dass schnell für Grundlage gesorgt war. Das anschließende Konzert gestaltete sich nämlich nicht so mitreißend, dass ich nicht noch was Flüssiges hätte zu mir nehmen wollen. Die Vorgruppe völlig talentfrei am Rumstümpern gewesen, da fragte man sich, wer die ausgesucht hatte. Außer einer beachtlichen Hüpfleistung des Fronthoschis gab's wenig Erwähnenswertes. Baroness hatten weitaus mehr zu bieten, aber so ganz versteh ich deren Status trotzdem nicht. Es war ähnlich wie einst bei Red Fang in Wien. Ein beachtlich voller Club, das Publikum ist gut dabei, aber die Band kommt für meinen Geschmack über gediegenes Mittelmaß nicht hinaus. Immerhin hatte ich ein stressfreies Spannerplätzchen zwischen Theke und Merchstand.

Anderntags verbrachte ich etliche Stunden in der Topographie des Terrors mit dem interessierten Lesen der vielen Ausstellungstafeln. Nun bin ich wieder etwas schlauer. Dazu passend schloss sich eine kurze Exkursion zum Olympiastadion an, wo es plötzlich ungewohnt menschenleer war. Wenn demnächst St. Pauli im Pokalfinale antritt, kenn ich immerhin schon mal die Örtlichkeiten. Kulinarisch verschlug es mich nach der ganzen Kultur in die (vegane) Braugaststätte Vaust. Eigentlich eine Top-Einrichtung, allerdings schon etwas zu sehr auf Luxus getrimmt, wenn ich die Speisengröße mit den Preisen abgleiche. Die Ravioli mit Erbse-Minz-Füllung waren aber wirklich mal was Exquisites. Verhungert bin ich jedenfalls wieder nicht, was auch äußerst schwierig wäre bei dem enormen Angebot. Bis ich alles durch habe, braucht es wohl noch so 250 Kurzreisen in die Hauptstadt.

Psychotic Waltz 2017

14.06.17

Wenn der Anreiz nur groß genug ist, schaff ich es sogar mal montags auf ein Konzert. Metal Church tauchten nach dem letztjährigen Comeback mit Mike Howe erneut in hiesigen Landen auf, und der schöne Colos-Saal sollte mein Ziel sein. Die Pay-to-play-Vorband bot immerhin gewisse Kurzweil dank putzigen Auftretens und schweizerischer Schrägheit, ihr biederer Thrash allein war eher überflüssig. Ganz anders der Hauptact, da stimmte vom Start weg alles. Mit neuem Drummer schien die Spielfreude sogar noch angewachsen zu sein, so dass die im Vergleich zum Vorjahr wenig veränderte weil bewährte Setlist umso grandioser dargeboten wurde. Songs wie "Fake Healer", "Start The Fire" oder "In Mourning" sind eh schon unsterbliche Klassiker. Wenn die Band dann noch selbst so viel Spaß dran hat wie das Publikum, muss der Abend einfach geil werden. Mike Howe ist eh einer der besten von den alten Mikrosäcken. Völlig einzigartig sein federleichtes Getänzel. Beruhigenderweise hab ich ihn diesmal aber doch schwitzen sehen, die Tropfen wischt er halt nur regelmäßig ab. Die Spielzeit passte dann auch, es dürften tatsächlich mal so in etwa die früher üblichen 90 Minuten gewesen sein. So darf das nächsten Montag in Frankfurt gern weitergehen.

 
RHF 2017

27.05.17

Seit unzähligen Jahren kam an den schönen Feiertagen im Mai geselligkeitsmäßig nichts mehr zustande, bis vorgestern. Rita hatte Strohwitwer-Autonomie und Durst, also nahm ich mir einen Bus aufs Dorf, wo wir mittags bei bestem Wetter starteten. Der Weg war kurz aber steil, die alten Männer kamen in Schweiß, aber schon bald standen wir mitten im Wald bei der Burgruine Landeck nebst etlicher Dutzend weiterer Naturgenießer. Es gab Flens-Weizen (0,33) aus der Flasche, das bestens mundete. Ein netter Vatertags-Nachmittag an der frischen Luft in herrlicher Umgebung wurde uns beschert, der nach Wiederholung verlangt. Die inspirierenden Umstände beflügelten unsere Kreativität sogar derart, dass wir eine grandiose Geschäftsidee entwickelten: Magen-Darm-Parties für Arbeitsscheue. Aber das ist eine andere Geschichte.

Nach dem letzten Heimspiel am Millerntor, das übliche Remis gegen Greuther Fürth, kam es mal nicht zur erwarteten Afterparty im Hongkong, da die Kapeiken lieber noch die Sonne im Stadionumfeld genossen. Nach netter Verspachtelung mit Taina in der Kaschemme war ich noch ziemlich fit, so dass ich mich tatsächlich zum ersten Mal in den Handschuh wagte, und das ganz allein. Ein verstrahlter Insasse bot mir gleich den Hocker neben sich an, ich nahm ein Astra und ließ die Szenerie ein wenig einwirken. Es war eine fremde, seltsame Welt. Bevor ich weiter eintauchte, trank ich lieber schnell aus und flüchtete in die Geborgenheit meines nahegelegenen Hotelzimmers.

Letztens hatte ich gewaltigen Frauenüberschuss im trauten Heim. Wenn die Kneipe nebenan frühzeitig schließt, braucht man nicht mal die Briefmarkensammlung zu erwähnen, reine Wohnungsbesichtigung reicht schon als Anreiz. Und so fanden sich an zwei aufeinanderfolgenden Abenden tatsächlich je zwei unterschiedliche Personen weiblichen Geschlechts hier ein. Dass es nicht so ablief wie in gewissen Filmen, war eh klar. Dafür rätseln die ersten Besucherinnen bis heute, was es mit den vier Waschlappen auf sich hatte.

13.05.17

Nun ist es erstaunlicherweise schon geschafft, der FC St. Pauli ist und bleibt zweitklassig. Angesichts der desaströsen Hinrunde eigentlich sensationell, dass der Klassenerhalt bereits drei Spieltage vor Schluss eingetütet wurde. Fünf Siege in Serie sind aber auch ein Wort. Der Betze war jedenfalls wieder ein gutes Pflaster, das 1:2 klar verdient, selbst in Lars' Anwesenheit gab es daran keinen Zweifel. Nur war es halt direkt nach dem Spiel noch nicht 100-prozentig sicher, weil Bielefeld noch nicht gekickt hatte. Vielleicht ging es deswegen im Underground zu Lautern anschließend eher gesittet zu, auch wenn man nicht alle Tage Typen im FCSP-Fummel Iced Earth abfeiern sieht. Waren aber halt nur zwei, während wir beiden uns dezent an der Theke festhielten. Das rief den jungen Barkeeper auf den Plan, dem wohl gefiel, uns zeitweise vier Drinks gleichzeitig zu kredenzen. So genoss ich u.a. nicht nur Whisky Sour zum ersten Mal überhaupt, sondern auch einen anscheinend brandneuen Apfelkorn-Verschnitt. Damit ließ sich ganz gut die bisweilen doch eher seltsame Musikauswahl ertragen. Betreiber Dieter tauchte leider nicht wie angekündigt auf, zu gern hätten wir ein paar Rock-am-Ring-Anekdoten von ihm gehört.

Vor dem Pfalz-Abstecher stand erstmal Kurzurlaub in Hessens Landeshauptstadt an, wo ich mich in einer vom Besitzer gerade nicht genutzten Privatwohnung einmietete. Gediegene Butze in ruhiger Wohngegend, wenn nur das Bett halbseitig nicht so erbärmlich geknarrt hätte... Nach einer deshalb eher bescheidenen Nacht fuhr ich über eine sehr ländlich anmutende Bahnstrecke nach Eppstein, um ein wenig den Taunus zu erwandern. Dies gestaltete sich trotz schmuddeligen Wetters recht idyllisch, zumal man außerhalb der Ortslagen so gut wie niemanden getroffen hat. Nur zwischen Walterstein und Martinswand war plötzlich rhythmische Betriebsamkeit auf einem malerischen Felsvorsprung zu beobachten. Respektable Leistung bei feuchten 12 Grad Außentemperatur! Leider hatte der Biergarten am Kaisertempel bei diesen Bedingungen nicht geöffnet, die Aussicht von dort wäre grandios gewesen. Also genehmigte ich mir im Eppsteiner Bahnhofsbistro eine verdiente Erfrischung, bevor ich den Rückweg antrat.

 

Abends im Wiesbadener Schlachthof sollte es doch noch dazu kommen, dass ich kurz vor der Rente den leibhaftigen Scott Reagers mit Saint Vitus auftreten sehen würde. Nachdem das Vorgruppen-Gedröhne überstanden war, kam er mit Heißgetränk auf die Bühne, und mit den ersten Silben war klar, der Typ kann es noch! Und zwar richtig gut, sein höchst origineller Gesang klang kaum gealtert, während er auch körperlich viel Energie ausstrahlte. Dass ich das noch erleben durfte! Auch Meister Chandler schien viel mehr Spaß zu haben als mit Wino, so dass er seinem Frontmann sogar das Recht zu eigenen Ansagen einräumte. Überhaupt Chandler: Sein Geklampfe ist schon eine Kunst für sich. Irgendwie alles ziemlich sparsam, keine Note zu viel, kaum richtiges Geriffe, aber doch irgendwie ein erbärmlich dreckig-doomiger Sound, wie ihn sonst niemand hinkriegt, herrlich. Außerdem schon lustig, wie er mit seinem haarigen, zutätowierten Outfit nach Jahrzehnten plötzlich voll im Trend liegt. Wenn einem so viel Gutes widerfährt, ist das diverse Gin-Tonic wert. Einziger Wermutstropfen: Mehr als 70 Minuten gönnten sie uns nicht, das überraschende "Born Too Late" stellte viel zu früh den Schlusspunkt dar. Zum Glück war ich eh morsch von der Lauferei, weswegen ich frisch verdoomt bald die Horizontale aufsuchte.

Anderntags hätte ich gern die höchsten Gipfel in Form von Feldberg & Co. erklommen, entschied mich aber zum Glück für eine gemächlichere Runde auf dem Limesweg bei Idstein. Nachdem sich diese nämlich noch halbwegs trocken angelassen hatte, nieselte es sich zusehends ein, bis es bald echt nass und ungemütlich wurde. Da die Römertürme keinen Unterschlupf boten, wurde mir nach 5 Stunden an der frischen Luft doch etwas klamm um die Nase. Den abschließenden Gang durch die wunderhübsche Altstadt konnte ich somit nur noch bedingt genießen und wegen eingefrorener Griffel auch nicht knipserisch festhalten. Da müsste ich wohl bei schönerem Wetter nochmal vorbeischauen. Zwecks Erwärmung suchte ich zurück in Wiesbaden abends schließlich den nahegelegenen Habesha Imbiss auf, wo ich vom sehr netten Wirt lecker ostafrikanisch verwöhnt wurde. Mein amtliches Gewicht konnte ich letztlich locker halten.

 
Keep It True XX

23.04.17

B.S.T. sollten im jugendlichen Überschwang ihre erste Tour in Angriff nehmen, das wollte ich mir natürlich nicht entgehen lassen und plante zwei aufeinanderfolgende Gigs ein. Leider fiel selbiger in Schleswig ins Wasser wegen zu erwartender eingeschränkter Spielzeit, also blieb für mich nur ein Besuch der Astra Stube am Karfreitag übrig. Auch dort schienen die Betreiber alles schnell hinter sich bringen zu wollen, da von Anfang an mit Blick auf die Uhr zur Eile gedrängt wurde. Der "local support" startete schon vorm ofiziellen Beginn, und länger als ne gefühlte halbe Stunde stand keine der vier Bands auf der Bühne. Seltsam. Trotzdem war es irgendwie ein netter Abend, auch wenn frühzeitig die Astra-Vorräte ausgingen (...). Die kleine Kaschemme war gut besucht inkl. diverser bekannter Visagen und Anwohnerin Alex, die sich nach Jahren tatsächlich zum ersten Mal dorthin wagte. Suboptimal klangen in meinen Ohren nur die Vocals der Künstler, was wohl an den örtlichen Gegebenheiten gelegen haben muss. Merkwürdige Songtitel waren auch am Start, ich sag nur "hsv" und "Surfing Thrash Vikings". Für diese Auswüchse zeichneten natürlich nicht B.S.T. verantwortlich, die neben einigen Klassikern was Neues und "Ride On" brachten. Wie erwähnt war alles viel zu schnell wieder vorbei, kaum dass man sich eingedoomt hatte. Headliner Noise Forest, der gar nicht mal so übel klang, musste auch schon kurz nach Showbeginn wieder einpacken, man hatte ja keine Zeit. Bei zwei Absacker-Carlsberg durften wir immerhin weiter im gemütlich verquanzten Club rumlungern. "Unter Deck"war als pyhsischer Tonträger leider noch nicht zu erwerben, also sorgte Lutz ersatzweise für rein menschliche Haptik. Bin gespannt, wann Voodoo Chamber Records die Scheibchen parat haben werden.

Anderntags war ich ohne festes Programm in der Hansestadt unterwegs, meine Adoptivfamilie weilte ja in südlichen Gefilden und ließ sich die Sonne auf die bleiche Haut scheinen. Währenddessen herrschte an der Elbe Windstärke 7 bei Schmuddelwetter. Da begab ich mich vormittags nach Wedel zwecks eventuellen Anschlusses an den Ostermarsch. Die Versammlung hatte allerdings solch provinzielle Ausmaße, dass ich doch lieber Sightseeing im Örtchen machte. Sah ganz nett aus dort, sollte ich bei schönerem Wetter nochmal aufsuchen. Premiere für mich ebenfalls ein kulinarischer Besuch im Happenpappen mit leckerer Gemüsequiche zum Mittag, empfehlenswert. Nach Kinobesuch (Josef Haders "Wilde Maus", ganz schön, aber kein Brüller) schloss ich mich Alex' Elbeausflug zum Osterfeuer an - leider ohne Getränke im Gepäck und ohne Feuer, die wohl wetterbedingt untersagt waren. In unserer Not suchten wir Trost bei den Exilhessen in der Mathilde Bar, auch wenn gerade keine mundartliche Lesung stattfand. Das Kaminfeuer sorgte für enorme Wärme, aber wenigstens war es ansonsten rauchfrei. Zum Glück war auch dort früh Schluss, nicht dass ich mal nach 1 Uhr erst ins Bett gekommen wäre.

Der Ostersonntag hielt dann gleich zwei handfeste Veranstaltungen parat. Zunächst stand ein weiteres Kapitel im Klassenkampf des FCSP an, diesmal ging es zum ersten Mal zu Hause gegen Ho-Ho-Hollerbachs Würzburger. Ein spielerischer Leckerbissen war nun nicht zu erwarten, und so entwickelte sich ein zähes Ringen, wobei die Braun-Weißen gegen eklig agierende Franken in Hälfte zwei zusehends Oberwasser bekamen und folgerichtig noch den entscheidenden Treffer erzielten. Kurz vor Schluss ist es am schönsten, ho-ho-hochverdient! Die Siegesfeier musste ich sausen lassen, da mich die Bahn schon bald nach Hannover brachte. In der auffällig verpennt wirkenden Landeshauptstadt spielten heute Pallbearer im Café Glocksee, einem schönem Club in einem alten industriellen Gebäudekomplex. Auch Mohr und Thomas hatten den Weg aus dem Sauerland dorthin gefunden. Pinkish Black machten den "Anheizer", ein schräges US-Duo, bestückt mit Drummer und einem mehrere Keyboards bedienenden Sänger. Gewöhnungsbedürftig, aber der eine oder andere Song hatte was. Pallbearer entfachten anschließend allerdings ein weitaus fetteres Klangspektrum, Vocals und Klampfen verschmolzen zu einem grandiosen Melodiegeflecht, während auch die Rhythmussektion alle Schleusen öffnete. Geile Band! Nur der Gesang dürfte etwas kräftiger ausfallen, außerdem noch ein paar echte Hits geschrieben werden. Mitgestoppt hatte ich zwar nicht, aber auch hier kam mir die Spielzeit wieder recht knauserig bemessen vor, und diesmal schien es nicht am Veranstalter zu liegen. Der jagte dann wie schon vor Beginn und in der Umbaupause einen Höllenlärm durch die Boxen, so dass ich vom Plan des Probierens der hauseigenen Gin-Tonic-Mischung lieber Abstand nahm und wie üblich zeitig mein Gemach aufsuchte.

09.04.17

Da Bad Hersfeld ja eine Kurstadt ist, bietet es sich durchaus an, Gästen entsprechende Erholungsmöglichkeiten zu bieten. Taina kam letztens auf Kurzurlaub, eigentlich zwecks Röderwegfete, aber die musste ja leider frühzeitig verschoben werden. Da ihr Trip aber nun mal gebucht war, trat sie ihn auch an, quasi als Vorbereitung zum bald folgenden richtigen Urlaub. Ohne Termindruck konnten wir so einfach mal abhängen und den Frühfrühling genießen. Freitag Mittag war es am Linggplatz zwar noch nicht wie erhofft sonnig, aber vom Obergeschoss des Café harmony konnten wir dafür das Markttreiben bespannen und lecker Frühstück einfahren, während Andere arbeiteten. Ich gönnte mir zum ersten Mal einen fruchtigen Plantcake-Tower, üppig und empfehlenswert.

Anschließend spazierten wir auf den Tageberg, um als erste Gäste den feinen Biergarten der Kohlrabi-Bar aufzusuchen, wo komischerweise bei besten äußeren Bedingungen lange Zeit sonst niemand auftauchte. Außer dem netten Wirt natürlich und einem in Verwilderung begriffenen Kampfkaninchen, das dort Quartier bezogen hat. Putzig! Die Weizen mundeten hervorragend, so dass es mich nicht mal vor die Glotze des Insider zog. War auch besser so... Die innerlich angewendeten Elixiere schlugen dann auch so gut an, dass wir das Aufsuchen der Kneipp-Tretanlage sein ließen.

Am Samstag vertieften wir diese Anwendung noch ein wenig, diesmal im Bootshaus an der Fulda. Auch dort wieder bestes Wetter und trotzdem keine Gäste. Mussten wohl alle Rasen mähen und einkaufen, selbst schuld. Wir hingegen genossen den schönen Moment. Als der Hunger sich meldete, zogen wir weiter in die Innenstadt. Ich wollte endlich mal den Italiener am Lullusbrunnen testen, musste aber feststellen, dass es dort quasi nichts Veganes zu holen gibt, schon erstaunlich. Die Kollegen vom La Favola sind dann doch deutlich besser sortiert. Gut gestärkt konnte nun bald die abendliche Hauptanwendung folgen in Form der KneipP(en)-Kurtour. Gemächlich ging es los mit kurzen Abstechern zu ein paar kleineren Klimperkaschemmen, dann ein längerer Aufenthalt im Havana. Die Band dort war auf Dauer zwar nicht sehr prickelnd, aber allein dem hektischen Treiben hinter der Theke zuzuschauen, gestaltete sich sehr unterhaltsam. Anschließend gingen wir ins buchcafé zu Betty Ford, und siehe da, die Mucke konnte sich echt hören lassen. Toxin-Mike macht am Mikro tatsächlich auch ne gute Figur und kann vor allem singen. Da blieben wir dann bis zum Ende, schließlich war der Heimweg auch sehr kurz. Ein bisschen erholt entließ ich anderntags meinen nordischen Gast nach obergäriger Schlussanwendung im fahrenden cantus.

23.03.17

Mein lieber Schwan, war das stürmisch letzten Samstag am Millerntor! Auf dem Platz ja erst in der zweiten Halbzeit, wettermäßig allerdings permanent. So kalt war mir dort selbst bei strammen Minustemperaturen kaum jemals. Wahrscheinlich plagt mich deswegen auch immer noch der Rotz. Der eine Punkt gegen Hannover war aber okay, wenn es auch längere Zeit nach mehr aussah. Immerhin hat Harnik ja kurz vor Ende dankenswerterweise eine todsichere Chance versiebt...

Ansonsten gestaltete sich das WE eher gediegen ohne größere Ausflüge. Freitags netter Kneipenbummel mit Frau Rübensüß, wobei unser lang geplanter Besuch in der Grotte nach einer Minute schon wieder vorbei war. Die Pinte entpuppte sich als schlicht zu beengt, um neben den bereits ca. 20 Anwesenden noch weitere aufzunehmen. Dafür war's im nahen Night Light aber auch mal wieder ganz schön, zumal dort soundtechnisch irgendwann aufgerüstet worden sein muss, das metallische Ohenrfutter klang nämlich deutlich besser als beim letzten Aufenthalt vor üffzig Jahren.

 

Im Hotel Hong-Kong wurde mir mal eine andere Kemenate als sonst meist zugewiesen, wo es aber auch recht muckelig war. Highlight darin die österliche Hasenbettwäsche - sowas hat man sonst nicht mal in den teuersten Luxusabsteigen. Dazu gab's auch noch ne Flasche Haustrunk von der lieben Marietta geschenkt, da möchte man fast zum Dauermieter werden. Darüber hinaus landete ne recyclete Fairphone-Hülle von Taina sowie neues B.S.T.-Merch auf dem unverhofften Gabenbett, danke auch!

Vorher wäre noch eine Verwanderung unter Erklimmen des Soisbergs erwähnenswert gewesen, bei welcher ich auf dem dortigen Turm mal wieder meine senile Höhenangst bemerkte. Komisch, früher gab's sowas nicht. Etwas abenteuerlich auch die Teilnahme am öffentlichen Busverkehr im hiesigen Landkreis, wo die wenigen Fahrgäste teilweise sehr viel (trunkenen) Redebedarf mit dem Fahrer haben. Sollte man öfter nutzen.

Das passende Foto dazu (also zum Höhenschwindel) machte Rita schon Tage vorher an ganz anderer Stelle...

 

09.03.17

Die beiden Tage des FullMetal Osthessen verliefen bei mir ja doch sehr unterschiedlich. Freitag machte ich den braven Selbstfahrer, obwohl sich vor Ort gleich zwei Chauffeure aufdrängten. Klar, man hätte sich die eine oder andere Band evtl. gern schöngetrunken, aber so schlimm war es dann auch nicht. Pünktlich zu Macbeth wäre ich wohl eh wieder stocknüchtern gewesen, so schlagartig wie man sich in einem präzisen, gnadenlosen Kugelhagel wiederfand. Dagegen war das Vorprogramm echt Kindergeburtstag. So fett bei Sound hab ich sie wohl noch nicht erlebt, da kam die lebhafte Performance umso knackiger zur Geltung. Die Vocals waren wohl auch ohne Vorbildung einwandfrei zu verstehen, die ja nicht unbedingt zum unbeschwerten Feiern animieren. Aber dann sind Tod und Verderben wiederum so grandios in Szene gesetzt, dass man sich über das Gemetzel doch irgendwie freuen muss. Ist ja bei Slayer und Konsorten auch nicht anders.

Am Samstag reiste dann auch Mohr an, und zwar schon zur Mittagszeit zum gemeinsamen Verfolgen des erneuten St. Pauli - Siegs im Insider gegen Ismaiks Hobbytruppe. Zweite Aktion dieser Art mit dem Grauen, zweiter 2:1-Auswärtserfolg, der Vogel scheint Glück zu bringen. In Niederjossa stand ein merklich homogeneres Programm als am Vortag an, schon Wretch überzeugten mit gekonntem US Metal. InnerWish boten dann dank ausladender Keyboard-Samples Gelegenheit zum beinahe traditionellen Abstecher in die örtliche Dorfkneipe, wo die im Nebenraum durchgeführte Versammlung der Jagdgenossenschaft für parallelweltlerische Einblicke sorgte. Zurück im DGH bildeten Splitheaven und Screamer einen opulent-truemetallischen Rahmen für den Tagessieger Masters Of Disguise. Unglaublich was da auf der Bühne abging, die Mucker standen unter Strom wie gedopt, allen voran Bassderwisch Mario. Auf dem Niveau darf es im nächsten Jahr ruhig weitergehen, gern auch unter vermehrter Frischluftzufuhr.

26.02.17

Freitag Abend kam er wieder mal auf, der nordhessische ÖPNV-Frust. Freudetrunken vom grandiosen Sieg des KSV gehst du nach dem Spiel noch mit FRK-Ikone Sascha zur Nachbesprechung ins Fiasko, und kaum ist das erste und einzige Weizen hastig geleert, musst du kurz nach halb 11 schon wieder Richtung Bahnhof aufbrechen. Am Wochenende, die Nacht in der Großstadt hat quasi noch gar nicht richtig begonnen. Aber die Landbevölkerung soll sich wohl nicht vergnügen dürfen. Samstags, okay, da darf man ne Stunde länger, weil der letzte cantus gnädigerweise um kurz nach Mitternacht startet. Echt rückständig sowas. Ob ich's noch erlebe, dass der Fahrplan sozialer gestaltet wird?

Immerhin konnte der Sport im Auestadion ziemlich begeistern. Die zusammengesparte Mannschaft ließ den Tabellenführer aus Mannheim erst gar nicht zur Entfaltung kommen und setzte vielmehr selbst die spielerischen Highlights. So gut sah das dort lang nicht aus, auch nicht zu finanziell fetteren Zeiten. Dass das Eventpublikum trotzdem wegbleibt, ist völlig okay, denn so geht einem wenigstens das übliche Gemähre nicht auf den Keks. Schöner Fußball ohne Aufstiegsambitionen ist halt nur was für Genießer.

Ähnlich wie letztens in Bielefeld, aber das war ne andere Nummer. Letzter gegen Vorletzter, weißte bescheid. Obwohl der elende Klos quasi nach dem Schlusspfiff noch den Ausgleich erzielte, war ich gar nicht mal so deprimiert. Die Braun-Weißen scheinen jetzt nämlich endlich regelmäßig zu punkten, so dass die Klassenerhaltshoffung lebt. Und Bielefeld ist eh gar nicht mal so blöd, fand auch Chauffeur Lars. Allein schon der Vorgarten-Getränkeverkauf in Peterchens Ausfahrt ist eigentlich die Auswärtsreise wert. 1 Euro pro Bier inkl. Pfand, wo gibt's sowas noch? Dazu beste Unterhaltung seitens eines Ultralaberflashs von Mülli, und der Erlebnissonntag ist (fast) perfekt.

15.02.17

Da es mit unserem Athen-Trip wegen Influenza bei Tourmanager Gonzo nichts wurde, besuchten nicht nur Larsiane und ich das buchcafé, sondern auch irgendwie fast alle anderen. Außer vielleicht Batman sah man wirklich so ziemlich jeden, den man schon fast zu seinen Ahnen abgeritten wähnte. Entsprechend meldete der Laden auch "ausverkauft". Da zahlte sich wohl Mercury Fallings jahrelanges Beackern des osthessischen Untergrunds endlich aus. Oder kamen gestandene Metaller womöglich wegen des DSDS-Sternchens am Sacarium-Mikro? Abgesehen vom streckenweise eher dumpfen Sound war die Performance der Metallica-Kopierer ja gar nicht mal übel. Die Setlist glänzte jedenfalls recht oldschoolig, auch wenn mir die neuhetfieldsche Phrasierung etwas auf den Keks ging. Aber das muss man den recht jungen Kerlchen wohl nachsehen, genauso wie die bayerischen Ansagen. Angesichts solcher Events mach ich mir allerdings langsam Sorgen, dass bald nur noch Cover-Shows veranstaltet werden. Ich bin mir auch recht sicher, dass selbst die großen Festivals bald auf den Zug aufspringen - nicht unbedingt gleich mittels Hologramm-Gedöns.

Heute hab ich dann mal Wandertag gemacht, war ja nun auch bestes Vorfrühlingswetter. Im Rhäden ging es los, wo noch nicht viel mit Vögeln war, aber hübsch anzusehen waren die zugefrorenen Gewässer trotzdem. Dann folgte ich einer in meinem Büchlein beschriebenen Runde durchs alte Kupferrevier. Darin wurde schon darauf hingewiesen, dass es größtenteils über unmarkierte Wege gehen würde, und so verlor ich zwischendurch die Peilung. Mitten im noch schneebedeckten Wald, meine Kräfte schwanden bereits, mussten meine Vorräte herhalten, um mir neue Hoffnung zu geben. Im Unterholz scharrten hungrig und ungeduldig die dunklen Schatten der eigentlichen Waldbewohner. Über vereiste Wege trieb es mich weiter, ein nasengepierctes, hundeausführendes Subjekt versprach keine Rettung. Doch dann die plötzliche Wende: Zwei normale Menschen an einer großen Waldwegkreuzung, sich angeregt unterhaltend, wiesen mir den rechten Weg Richtung Richelsdorf, und schon war ich wieder auf Kurs. Schon aufregend, so eine Verwanderung.

02.02.17

Gerade rechtzeitig vom Muskelfaserriss genesen, stand auch schon der Auftakt zur Rückrunde der schönsten Liga Deutschlands an. Die Kiezkicker mit drei Neuen, gut vorbereitet und verhalten optimistisch hielten gegen hochdotierte Stuttgarter wieder gut dagegen, fingen sich am Ende aber doch noch einen ein, so dass man schließlich wie so oft mit leeren Händen dastand. Da die Konkurrenz währenddessen eifrig punktete, spitzt sich die Lage langsam zu. Ich hab ja echt keinen Bock drauf, aber zur Not müssen wir uns halt ab Sommer die 3. Liga schönsaufen.

Was auf den Vorabend zum Spiel gar nicht zutraf, denn der verlief dank Tainas Planung bestens. Nach edler Speisung mit Grünkohl und Seitan im Tassajara nebst anschließendem Rotbier, reisten wir ins Billstedter Bambi, wo wie so oft Stromgitarrenmucke auf dem Programm stand. Drei Vorbands lang klang es eher basisch-räudig, und als würde mit dem Bassdrum-Sound womöglich was nicht ganz stimmen. Doch dann stöpselten Alpha Tiger ein, und plötzlich tönte alles viel geschmeidiger. Am Stauder hat es wohl weniger gelegen, dass die Truppe so überzeugte. Sie haben halt doch starke Songs am Start und bringen ihren Metal mit Spielfreude aufs Parkett. Feiner Gig, gern bald mal wieder.

16.01.17

Am Samstag seit Ewigkeiten mal wieder im Vogelsberg gewesen, wie in den 90ern noch regelmäßig war natürlich die Mucke der Anlass. Mynd spielten ihr zweites Konzert, und damit das erste seit drei Jahren. Das Crown in Lauterbach stellte sich als cooler Laden heraus, auch wenn der Weg dorthin mit unzähligen Gefahren gepflastert war (blutrünstiger Waschbär vorm Lichtspielhaus, wildgewordene Autofahrer). Schon Special Guest Aeos konnte mit schmissigem, hochwertigem Prog Metal überzeugen, da hab ich beim Progpower desöfteren lahmere Bands gesehen. Mynd hielten technisch natürlich locker mit, machen aber nun mal zurückhaltendere Songs. Die blanke Ekstase konnten sie also nicht entfachen, unterhielten aber blendend auf brillantem Niveau, entsprechend gut war die Stimmung unter den zahlreichen Besuchern. Da würde man doch gern bald wieder anreisen, auch um vielleicht das nette Städtchen etwas genauer zu inspizieren.

Eine Woche vorher bereits verschlug es mich mit Rita im Schlepptau ins Café Panama nach Fulda, auch ein feiner Schuppen. Dort herrschte bei bedrängten Platzverhältnissen eine recht anarchisch-undergroundige Atmosphäre, was ich von der Katholiken-Hochburg so auch noch nicht kannte. Die drei aufspielenden Bands bewegten sich im stonerrockigen bis leicht psychedelischen Spektrum, alles gut anhörbar, aber die Namen muss ich mir wohl erstmal nicht groß merken. Wir wollten an dem Abend eh was unternehmen, und da Böhnchen einen Fahrdienst anbot (zu fünft im kleinen Peugeot!), nutzten wir die Chance. Allein schon die Straßenverhältnisse waren das Abenteuer wert.

Denn inzwischen ist ja ausnahmsweise der konkrete Winter eingezogen. So richtig mit Schnee, zugefrorener Fulle, usw. Wenn's passt, schaff ich ja vielleicht noch ein bis zwei frostige Rundgänge, Bock hätte ich jedenfalls prinzipiell.

Palaver 2016

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Dates

  • 17.11. Hammer of Doom XII
  • 20.11. Kari Rueslåtten, Das Bett
  • 25.11. Kasseler Unterwelten - extended
  • 26.11. SpVgg Greuther Fürth vs. FCSP
  • 02.12. B.S.T. & Procession, Marburg
  • 03.12. B.S.T. & Procession, Göttingen
  • 10.12. FCSP vs. MSV Duisburg
  • 10.12. B.S.T. & Doomocracy, Bambi galore

Lebensabschnittssoundtrack

  • B.S.T.: "Unter Deck"
  • Mahakala: "The Second Fall"
  • Bleeding: "Elementum"
  • Warning: "Watching From A Distance"
  • Kroh: "Pyres""

 

 

"Ist der Mensch nicht ein komisches Tier? Er tötet Millionen wild lebender Tiere und tut gleichzeitig alles, damit es seinen Haustieren gut geht. Er bringt Milliarden von Nutztieren um und isst sie. Das wiederum bringt Millionen von Menschen um, weil der Verzehr all dieser Tiere zu degenerativen - und letztlich tödlichen - Krankheiten wie Herzleiden, Nierenleiden und Krebs führt. Daher quält und tötet der Mensch Millionen weiterer Tiere, um diese Erkrankungen heilen zu können. Anderswo auf der Welt sterben Millionen von Menschen an Hunger und Unterernährung, weil die Nahrung, die sie ernähren könnte, dafür verwendet wird, Nutztiere zu füttern. Und währenddessen sterben manche Leute an zynischem Gelächter angesichts dieser absurden Menschheit, die dermaßen unbekümmert und brutal tötet, um dann einmal im Jahr Karten zu verschicken und um „Frieden auf Erden“ zu bitten."
(Vorwort aus "Old MacDonald’s Factory Farm" von C. David Coats)

"Die Weltlandwirtschaft könnte ohne Probleme 12 Milliarden Menschen ernähren. Das heißt, ein Kind, das heute an Hunger stirbt, wird ermordet."
(Jean Ziegler, UN-Sonderberichterstatter)

"Jagd ist nur eine feige Umschreibung für besonders feigen Mord am chancenlosen Mitgeschöpf. Die Jagd ist eine Nebenform menschlicher Geisteskrankheit."
(Theodor Heuss, erster Bundespräsident der BRD)

"Ich habe meine gesamte Jugend buchstäblich in Kotze, Scheiße, Urin, Kakerlaken, Bandwürmern und sterbenden, verwesenden Katzen verbracht. Auch das Essen wurde in entsprechender Art zubereitet."
(Tom Gabriel Warrior, TRIPTYKON)

"Man kann einzelne Menschen lieben, aber die menschliche Rasse im Ganzen ist das Allerletzte. Sie ist durch und durch verkommen."
(Lemmy Kilmister)

"Life is not the opposite of death. Death is the opposite of birth, life is eternal."
(Stan Ambrose in ANATHEMAs "Presence")

"It's just so beautiful. It was eternity, it's like I was always there, and I will always be there, that my existence on earth was just a very brief instant. I could say that I was peace, I was love, I was the brightness; it was part of me."
(Joe Geraci 1981, wie in ANATHEMAs "Internal Landscapes")

"Menschen schlagen die Zeit tot, bis sie sich revanchiert"
(Stanislaw Jerzy Lec)

"My name is Mohr, any questions!!?"
(Der Graue aus Marsberg auf internationaler Vorstellungsrunde)

"Nie wieder Einbecker Urbock, da tun einem die Klicker weh."
(Gero Hase beim morgendlichen Erwachen nach einem im Bockbierrausch jäh gescheiterten Anbaggerversuch)

"Die Ehe ist der Versuch, zu zweit mit den Problemen fertig zu werden, die man alleine nie gehabt hätte."
(Woody Allen)

"Alle haben gedacht, ich sei tot. Ich selbst auch."
(Tom Angelrippers Gedankenwelt nach krassem Bühnensturz)

"Mein Kopf ist nicht Ihr Tanzplatz!"
(Helga K. beim Privat-Brainstorming im Kreise der Arbeitskollegen)

"They probably had shit running down their legs, but you couldn't see it under the marvellous gowns!"
(Ronnie James Dio über romantische Aspekte des Mittelalters)

"Abseits is', wenn dat lange Arschloch zoo spät abspielt."
(Hennes Weisweiler über Günter Netzer)

"Es war ein wunderschöner Augenblick, als der Bundestrainer sagte: <Komm Steffen, zieh deine Sachen aus, jetzt geht's los.>"
(Steffen Freund, ehemaliger Nationalspieler)

"Man darf ein Album erst frühestens 15 Jahre nach der Veröffentlichung beurteilen. Alle, die wir über Musik schreiben, tun das ja nur aus einem sozialen Reflex heraus. Wären wir cool, würden wir 20 jahre lang die Fresse halten."
(Fenriz hat mal wieder recht)

"Ich komme aus der Gosse, da wird man entweder Zuhälter oder Fußballprofi."
(Deniz Naki)

"Wenn ich das sehe, wie die Paulianer hier in unserem Stadion feiern, dann könnte ich kotzen."
(hsv-Sportchef Bastian Reinhardt, 16.2.2011)